Swiss verschmutzt Umwelt für das Marketing

Ein Airbus A220 der Swiss in der Luft mit Alpen im Hintergrund
Die Swiss fliegt gerne Figuren in den Himmel. (Bild: PD)

Die grösste Schweizer Fluggesellschaft Swiss gibt sich gerne klimabewusst. Doch sportliche Weltmeisterschaften zeigen, wie es wirklich um die Sache steht.

An der Schweizer Premiumfluggesellschaft scheiden sich oft die Geister.

Nur schon die Frage, was eigentlich Premium bedeutet, ist dabei ein grosser Streitpunkt.

Jeden Rappen sparen

Nicht selten werden mit blumigen Worten hohe Erwartungen bei der Kundschaft geweckt. Doch dann sieht die Realität, besonders in der Economy-Class, anders aus und Fluggäste werden an Billig-Airlines erinnert, weil die Firma quasi jeden Rappen spart.

Auch die Frage, wie Schweizerisch der Carrier nach der Übernahme durch die deutsche Lufthansa-Gruppe überhaupt noch ist, führt oft zu Diskussionen.

Die Fluggesellschaft tut oft noch so, als sei sie tief in der Schweiz verwurzelt. Dabei setzt sie nicht einmal auf einen Schweizer Konzernchef.

First-Schlafanzug «made in China»

Doch bei jeder Gelegenheit versucht Swiss mit ihrem Marketing, das Schweizerische zu betonten.

Dies geht aber auch meist schief, wie nur schon die Luxus-Pyjamas der First-Class illustrieren.

Diese seien von der Schweizer Marke Zimmerli, warb Swiss mit Schweizer Qualität. Am Ende waren sie aber in China produziert.

Herz und Firmenlogo am Himmel

Nun fällt die Premiumfluggesellschaft Swiss zur Fussball-Weltmeisterschaft wieder mit einem Widerspruch in der Öffentlichkeit auf.

Swiss drücke dem Fussball-Nationalteam die Daumen und sorge für Rückenwind, hiess es vor dem Viertelfinal in einem Communiqué.

Die Fluggesellschaft mache ihre Unterstützung für das Schweizer Team mit einer besonderen Aktion sichtbar, lautete das Marketing.

Flightradar-Bild zum Swiss-Flug
Quelle: Swiss

Ein Flugschüler und sein Fluglehrer zeichneten dann ein Swiss-Logo sowie ein Herz an den Himmel über der Schweiz, welche auf Flightradar24 sichtbar waren.

Swiss glaube an Teamgeist, Präzision und daran, dass mit der Unterstützung eines ganzen Landes manchmal mehr möglich sei, als alle erwarteten.

Mit dem Schulungsflugzeug geflogene Figur passe mit einer Breite von rund 60 Kilometern genau in den verfügbaren Luftraum der Westschweiz – jener Region, aus der auch zahlreiche Nationalspieler stammten, konstruierte die Fluggesellschaft eine Parallele.

Unnötige Zusatznutzung der Umwelt?

Nicht zusammen passt dagegen die Umweltverschmutzung, welche mit solchen Marketingaktionen bei einem ohnehin klimaschädlichen Geschäftsmodell einhergehen.

Zusätzlicher Treibstoffverbrauch und Schadstoffemissionen dafür, dass Swiss ein Herzchen und ein Swiss-Logo in den Himmel fliegt, was nachher praktisch nur im Internet, mit weiterem Energieverbrauch, sichtbar wird.

Linienflug mehrfach umgeleitet

Die Fussball-Weltmeisterschaft war nicht einmal die erste Marketingmassnahme, bei der Swiss versucht, Schweizer Emotionen zu schüren und dazu selbst die Umweltbelastungen in Kauf zu nehmen.

Unmittelbar nach dem Finalspiel der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hatte Swiss zusammen mit der hochdefizitären Flugsicherung Skyguide zur Silbermedaille an der Weltmeisterschaft gratuliert.

Swiss-Sonderflugroute in Zürich
Auch für die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft flog Swiss ein Herzchen. (Bild: PD)

Der ohnehin verspätete Swiss-Flug LX1848 von Zürich nach Thessaloniki flog um 23.01 Uhr mit einer speziellen Flugroute ab.

Nach dem Start flog das Flugzeug zunächst eine grosszügige Linkskurve, anschliessend in Richtung Zürich, und danach drehte es links ab, um in einem erneuten Bogen zum Flughafen Zürich zurückzukehren.

Dadurch zeichnete sich ein Herzchen auf flightradar24 ab. Erst nach Vollendung der Herzform schwenkte LX1848 wieder auf seine reguläre Flugroute ein und setzte den Flug nach Thessaloniki fort.

Inkonsistente Firmenstrategie

Trotz solcher eigentlich unnötigen Umweltverschmutzungen präsentiert sich Swiss seit Jahren als klimabewusste Fluggesellschaft.

Im Umweltbericht verweist das Unternehmen auf die Flottenmodernisierung, optimierte Abläufe, nachhaltige Flugtreibstoffe und Klimaschutzprojekte als Bausteine der Umweltstrategie. Offenbar ist das nicht konsequent, wie die Marketing-Aktionen zeigen und die Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

An der grössten Schweizer Fluggesellschaft scheiden sich aber eben oft die Geister.

18.07.2026/kut.

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