
Die Schweizer Konjunktur gewinnt trotz Weltuntergangsstimmung spürbar an Fahrt. Nur ein Bereich kommt noch nicht so richtig in Schwung.
Die Geschäftslage in der Schweizer Privatwirtschaft hellt sich weiter auf.
Dies signalisierte der entsprechende Indikator der Konjunkturforschungsstelle KOF an der ETH Zürich, der am Mittwoch publiziert wurde.
Handel und Industrie jubeln
Die Geschäftslage sei nun günstiger als zu Beginn des Jahres 2026, hiess es weiter.
Auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen bezüglich der Entwicklung im kommenden halben Jahr hätten sich deutlich aufgehellt, erklärten die Konjunkturforscher.

Besonders ausgeprägt sei die Besserung im Grosshandel, im Verarbeitenden Gewerbe sowie bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen.
Etwas weniger kräftig falle der Aufschwung im Baugewerbe, im Projektierungsbereich, bei den übrigen Dienstleistungen und im Detailhandel aus.
Probleme in Stadthotellerie
Problemfall der Schweiz sei das Gastgewerbe, wo sich laut dem KOF-Institut die Geschäftslage spürbar eintrübt – sowohl in der Gastronomie als auch in der Beherbergung.
Besonders markant sei die Verschlechterung der Geschäftslage bei den Beherbergungsbetrieben in den grossen Städten.
Dies deckt sich mit den neuesten Erkenntnissen zur Schweizer Hotellerie, wo aufgrund des Iran-Krieges zahlungskräftige Gäste aus den Golfstaaten und reiche Inder fehlten.
Arbeitsmarkt zieht an
Bereits am Vortag hatte das KOF-Institut seine Prognosen für die Beschäftigung kundgetan. Auch dort zeigte sich das Bild.
Den grössten Sprung des Beschäftigungsindikators machte der Detailhandel. Er stieg von -3,1 auf 2,9 Punkte und war damit erstmals seit dem zweiten Quartal 2024 wieder positiv.

Im Verarbeitenden Gewerbe entspanne sich zum vierten Mal in Folge die Beschäftigungssituation, so die Konjunkturexperten. Der Bausektor fragte ebenfalls Arbeitskräfte nach.
Gegenläufig entwickelte sich aber das Gastgewerbe, wo der Indikator erneut sank und mit -8,8 Punkten den tiefsten Stand seit dem zweiten Quartal 2021 erreichte.
Aufwärtstrend trotz Gegenwind
Geschäftsaussichten und Beschäftigung sehen wieder Licht am Ende des Tunnels.
Damit ist klar, dass es mit der Schweizer Volkswirtschaft trotz aller Unkenrufe insgesamt weiter bergauf geht.
05.08.2026/kut.



