USA greifen heftig in Devisenmärkte ein

Ein Dollar an einem Fahnenmast
Die Amerikaner helfen sich an den Finanzmärkten selbst. (Bild: G. Altmann / pixabay)

Die Amerikaner bezichtigen die ganze Welt der Währungsmanipulation. Doch sie machen es selbst, wenn es nützt, wie der schwache Yen nun zeigt.

Es ist schon fast ein Ritual.

Jedes halbe Jahr, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Beobachtungsliste zu Währungsmanipulationen publizieren, schaut die ganze Welt verdutzt darauf.

Exporte ankurbeln

Das US-Finanzministerium untersucht dabei die Praktiken der grössten Handelspartner von den USA, die rund achtzig Prozent des US-Aussenhandels repräsentieren.

Es geht anhand von drei Kriterien um Währungsmanipulationen. Hintergrund ist, dass über eine schwache Landeswährung die Exporte angekurbelt werden können.

Schweiz im Fokus

Vor wenigen Tagen war es wieder soweit. Diesmal standen 10 Länder darauf, die Schweiz ebenfalls, wo sie seit Juni 2025 steht.

Die Schweizerische Nationalbank SNB greift bekanntermassen am Devisenmarkt ein und will den Schweizerfranken schwächen.

Das sehen die Amerikaner gar nicht gern.

Neben der Schweiz gibt es China, Irland, Japan, Singapur,  Südkorea, Taiwan, Thailand und Deutschland darauf.

Japanische Währung stützen

Dabei sind sie die grössten Währungsmanipulatoren selbst, wie sie am in der Nacht auf den heutigen Montag selbst zugaben.

Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch US-Finanzminister Scott Bessent gaben teilten Interventionen beim japanischen Yen mit. Die Eingriffe sollten die Landeswährung Japans stützen.

Dollar-Yen-Wechselkurs
Der Dollar-Yen-Wechselkurs macht zuletzt einen Sprung. (Screenshot: muula.ch)

Ende Juli war der Yen gegenüber dem Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen und dann hatte die japanische Zentralbank gemeinsam mit den USA eingegriffen.

Euro statt Dollar genutzt

Doch wenn eine Währung gestärkt werden soll, wird eine andere geschwächt.

US-Präsident Trump erklärte öffentlich, die USA seien immer da, um Japan zu helfen. Doch in Wahrheit halfen die USA sich selbst.

Ausländische Gläubiger bei US-Staatspapieren
Japan hält die meisten US-Staatsschulden im Ausland. (Screenshot: muula.ch)

Japan ist der grösste Auslandsinvestor in US-Staatsanleihen.

Damit das asiatische Land diese US-Treasury-Bonds nicht verkaufen musste, um Yen dafür zu bekommen, sprangen die Amerikaner ein.

Sie verkauften Euro-Papiere für Yen, wie es am Markt weiter hiess.

Damit wurde die japanische Landeswährung gestärkt, doch dafür brauchte es die Amerikaner, um überhaupt einen Effekt am Devisenmarkt erzielen zu können.

Nur Dollar-Eingriffe wirken

muula.ch hatte vor einiger Zeit an der Medienkonferenz der SNB gefragt, welche Möglichkeiten die Schweizer Zentralbank habe, um die eigene Währung zu schwächen.

SNB-Chef Martin Schlegel antwortete ausschweifend, doch klar wurde, dass nur Dollar-Interventionen einen spürbaren Effekt an den grossen Finanzmärkten hätten.

Damit wird klar, dass ein Land es allein nicht schafft, die Landeswährung zu beeinflussen, ohne die Dollar-Märkte zu tangieren. Dafür brauchte es die Kooperation zwischen den USA und Japan.

Inflation aus Ausland importieren

Beide Länder würden bei Bedarf weitere Massnahmen am Devisenmarkt ergreifen, erklärten sie zur Situation. Ist der Yen zu schwach, holen sich die Japaner über teure Importe aber Inflation ins Haus.

Nach langer Deflationsphase war die Teuerung zuletzt auf 1,7 Prozent in die Höhe geschnellt.

Einen weiteren Anstieg wollten die Japaner mit einer Stärkung der Landeswährung vermeiden, und daher griffen sie erstmals seit 2011 gemeinsam mit den USA in den Devisenmärkten ein.

Weltwirtschaft im Fokus

Die USA werfen Japan also Währungsmanipulationen vor und helfen dann dabei. Die USA manipulieren also offiziell selbst auch bei den Währungen.

Trump erklärte während eines Fluges in seiner Präsidentenmaschine, die Eingriffe kämen der ganzen Welt zugute.

Klar, wenn US-Staatsanleihen zuhauf auf den Markt geworfen worden wären, hätten andere Länder diese eventuell auch verkauft.

Doch der US-Präsident will mit seinen neuen Strafzöllen eigentlich die Nachfrage nach den Wertpapieren ankurbeln, wie muula.ch berichtete.

Deutschland am Pranger

Es ist also ein schönes Ritual, von den USA als Währungsmanipulator gebrandmarkt zu werden. Die Amerikaner sind allerdings selbst die grössten Währungsmanipulatoren.

Doch Angriff ist wohl hierbei die beste Verteidigung.

Ende Juli zur Publikation der neuesten Liste war sogar der Witz in Tüten, dass das US-Handelsministerium auch Deutschland auf die Beobachtungsliste gesetzt hatte.

Das Land ist aber in der Eurozone und hat gar keine Möglichkeiten mehr, Deutschland einzeln zu helfen.

Was die Amerikaner sagen und was sie meinen, sind eben zwei verschiedene Sachen. Am Ende nützt es sicher den USA.

03.08.2026/kut.

USA greifen heftig in Devisenmärkte ein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert