
Der Spezialchemiekonzern Clariant wird sein juristisches Problem um Manipulationen am Markt nicht los. Nun geht eine neue Milliardenklage ein.
Der im Baselbiet beheimatete Clariant-Konzern ist erneut mit einer Schadensersatzklage konfrontiert.
Das Spezialchemieunternehmen habe am Donnerstag eine weitere Anklage von Dow Europe erhalten, teilte Clariant am Freitagabend mit.
Busse bereits an EU gezahlt
Bei dem Rechtsstreit in Düsseldorf D gehe es um Schadenersatz von 1,1 Milliarden Euro, hiess es weiter.
Der Fall dreht sich um einen Wettbewerbsverstoss bei Ethylen, bei dem Clariant mit Wettbewerbern die Preise abgesprochen hatte. Die EU hatte dafür im Juli 2020 hunderte Millionen Euro an Strafgeldern verhängt.
Probleme häufen sich
Orbia, Celanese und Westlake hatten neben Clariant die Verstösse gegen das Kartellrecht eingestanden.
Daraufhin trudelten aber Milliardenklagen von BASF über Shell bis TotalEnergies beziehungsweise OMV gegen das Geschäftsgebaren ein, wie muula.ch berichtete.
Zuvor waren bei Clariant bereits Manipulationsprobleme in der Buchhaltung aufgetreten und ein Grundstücksverkauf in Frankfurt D ging schief.
Aktien rund 60 Prozent im Minus
Die Baselbieter in Muttenz wiesen in ihrem Communiqué erneut alle Vorwürfe zu den Schadenersatzklagen zurück und erklärten, sich entschieden gegen die Forderungen zur Wehr setzen zu wollen.
Clariant habe Beweise, dass die Kläger nicht geschädigt worden seien, weil die Preisabsprachen keine Auswirkungen auf den Ethylen-Markt gehabt hätten.
Der Aktienkurs von Clariant ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 60 Prozent eingebrochen. Investoren trauen der Sache also nicht so recht über den Weg.
17.07.2026/ena.



