Julius Bär nennt Bargeld beim Klarnamen

Logo des Zürcher Bankhauses Julius Bär an einer Filiale
Die Filialen des Bankhauses Julius Bär finden sich in der ganzen Schweiz. (Bild: muula.ch)

Am Verständnis für Bargeld scheiden sich die Geister. Doch das Bankhaus Julius Bär verwendet aus wichtigem Grund eine ungewöhnliche Bezeichnung.

Was ist Bargeld? Auf diese Frage gibt es vielschichtige Antworten.

Fokus auf Verwendung

Für die einen ist es ein Mittel in Form von Banknoten und Münzen, welches den Tausch von Waren und Dienstleistungen erleichtert. Für andere ist es ein Wertaufbewahrungsmittel.

Doch abgesehen von der Funktion und der Verwendung gibt es noch eine Sichtweise auf das Bargeld.

Unverzinster Schuldschein

Es stellt immer eine Verpflichtung des jeweiligen Herausgebers dar.

In der Schweiz wäre dies die Schweizerische Nationalbank SNB. Bargeld sei nichts anderes als ein endlos laufender Bond, herausgegeben von einer Zentralbank, bezeichnete es das Zürcher Geldhaus Julius Bär in einer Veröffentlichung.

Diese Obligation sei nicht einmal verzinst, erklärte Group Chief Investment Officer (Group-CIO) Yves Bonzon zum Bargeld weiter.

Inflation als Problem

Diese Sicht auf die Dinge lässt Banknoten wie eine praktisch unendlich laufende Anleihe aussehen, wenn man den Wechsel einer Banknotenserie mal ausser Betracht lässt.

Doch dann vergleichen Investoren den jeweiligen Zinscoupon auch mit anderen Bonds und da sieht Bargeld ziemlich alt aus.

Unendlich laufende Nullzinsanleihe

Die Äusserung zum Bargeld vom Bankhaus Julius Bär kommt nicht von ungefähr. In Zeiten von steigender Inflation wollen Investoren keine gering verzinsten Anleihen in ihren Portfolios halten.

Bargeld sei aber eben sogar unverzinst und damit die schlechteste Anlageform, erklärte der Group-CIO Bonzon zur Lage.

Regierungen hätten arge Schwierigkeiten, ihre Staatsschulden zum aktuellen Niedrigzins zu refinanzieren. Und genau dies zeige sich letztlich auch beim Bargeld: Zu null verzinste Schuldpapiere eines Landes bringen Investoren wenig.

Der Verzicht auf Konsum wird viel zu wenig entschädigt und die Wertaufbewahrungsfunktion wird gar nicht richtig wahrgenommen.

Schweizer Volk hereingelegt

Nun soll es auf der Welt sogar ein Land geben, welches die Existenz von Bargeld in seine Bundesverfassung schrieb.

Damit zurrten aber praktisch nur die Eliten und Notenbanker dieses Staates ihr «Geschäftsmodell» fest, denn eine Verfassungsänderung braucht dann erst einmal wieder lange, bis sie sich bei den Bürgern durchsetzt.

Die Rede ist von der Schweiz, dem Bund und der SNB.

Wer also alle Klarnamen einer Sache, wie etwa beim Bargeld, versteht, sieht auch das Marketing der einzelnen Interessengruppen klar.

24.06.2026/kut.

Julius Bär nennt Bargeld beim Klarnamen

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