Arbeitsmarkt fasst wieder Tritt

Ein Bauarbeiter auf einem Baugerüst
Die Nachfrage nach Arbeitskräften zieht wieder an. (Bild: J. Olalde / unsplash)

Die Beschäftigung zieht in der Schweiz wieder an. Selbst ein Instrument zur Überbrückung von Arbeitslosigkeit nutzen die Firmen weniger.

Nach dem Ausbruch des Iran-Krieges und der Unsicherheiten über die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz KI entscheiden sich Schweizer Arbeitgeber wieder zu Neueinstellungen.

Konstante Quoten

Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent auf 137.751 Personen.

Damit sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco zu den neuesten Daten am heutigen Montag mit.

Saisonbereinigt verharrte der Wert im Juni aber noch bei 3,1 Prozent. Auch die Stellensuchendenquote blieb noch bei 4,8 Prozent konstant.

Behörde braucht Hilfe

Im Juni 2026 waren 47.244 offene Stellen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV gemeldet, was einem Zuwachs von 5,7 Prozent entsprach.

Im Vergleich zur Vorjahresperiode seien sogar 18,8 Prozent mehr offene Stellen gezählt worden, hiess es vom Seco in einem Communiqué, das vor Rechtschreibfehlern nur so strotzte, und selbst dort noch Bedarf an Fachkräften verdeutlichte.

Die Behörde ist aber mittlerweile bekannt dafür, dass nicht einmal die Auszahlung von Arbeitslosengeldern korrekt klappt.

Entlassungen vermieden

Neben geringerer Arbeitslosigkeit und mehr offenen Stellen zeigten sich Besserungen bei der Schweizer Beschäftigung aber noch an einem Ort.

Im März 2026 waren rund 17,4 Prozent weniger Personen von Kurzarbeit betroffen, teilte das Seco weiter mit.

Die Zahl der betroffenen Betriebsabteilungen verringerte sich zudem gegenüber dem Februar 2026 um 7,3 Prozent, hiess es weiter.

Kurzarbeit ist ein Instrument zur Überbrückung von Schlechtwetterphasen etwa bei Bauunternehmen oder kurzzeitigen Konjunktureinbrüchen.

Zuletzt hatte die Schweiz das Hilfsmittel wegen der US-Strafzölle von Donald Trump auf bis zu 24 Monate ausgeweitet.

Vermehrt Ausländer auf der Strasse

Im Vorjahresmonat Juni lag die Arbeitslosenquote mit 2,7 Prozent nur leicht unter dem aktuellen Wert.

Schweizer Arbeitgeber trennen sich derzeit verstärkt von Ausländern, wie aus den Detaildaten des Seco hervorgeht und muula.ch bereits berichtete. 

Während die Arbeitslosenquote unter Schweizern innerhalb eines Jahres von 1,9 auf 2,0 Prozent nach oben ging, erhöhte sie sich bei Ausländern von 4,7 auf 5,1 Prozent.

Besonders Bulgaren, Rumänen und Afrikaner weisen abgesehen vom Sonderfall Ukraine erhöhte Arbeitslosenquoten auf. Da muss die Schweiz also durchaus aufpassen.

06.07.2026/kut.

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