
Das Tauziehen um das Überleben des Spitals Wetzikon ist um eine Episode reicher. Ein Rettungsengel kommt nun sogar aus dem Gesundheitsbereich.
Seit dem Frühling 2026 gibt es für das in Finanzschwierigkeiten geratene Spital Wetzikon einen weiteren Rettungsanker.
Strategische Beteiligung
Doch das verbindliche Angebot sei erst am vergangenen Freitag eingegangen, teilte die Betreibergesellschaft der Gesundheitseinrichtung im Zürcher Oberland, die GZO, am heutigen Montag mit.
Demnach hat die im Gesundheitsbereich tätige Firma Thurmed den Aktionärsgemeinden des Spitals Wetzikon ein Angebot zu einer strategischen Beteiligung unterbreitet.
Synergien im Vordergrund
Es solle zwar kein Geld fliessen, aber dennoch sei die Offerte interessant, hiess es, da das Angebot bei Umsetzung eine im Vergleich zum vorliegenden Sanierungsplan der GZO nochmals höhere Nachlassdividende für die Gläubiger erlaube.
Beim Angebot der Thurmed, hinter dem der Spitalverband der Spitäler Thurgau steht und Synergien realisieren will, handelt es sich im Unterschied zu anderen Kaufangeboten nicht um einen Verkauf der Spitalaktiven an einen Dritten.
Es sei ein Einstieg von Thurmed als neue Aktionärin der GZO.
Neuer Teilhaber
Nicht jedes Spital muss immer alles anbieten, sondern würde sich im Spitalverbund spezialisieren, lautet die Idee von Thurmed. Dadurch würde sich die Sache langfristig rechnen.
Die Initianten dieses Angebots und die Aktionärsgemeinden würden die GZO gemeinsam halten, hiess es weiter zu der überraschenden Angelegenheit.
Kanton ist skeptisch
Das Spital Wetzikon hatte sich mit einem Neubau finanziell verhoben und konnte eine Anleihe von 170 Millionen Franken nicht zurückzahlen, wie muula.ch berichtete.
Danach überschlugen sich die Ereignisse. Immer wieder kommen Hoffnung und Resignation für die Gesundheitseinrichtung im Zürcher Oberland auf, obwohl das Aus eigentlich vorgezeichnet ist.
Das Gesundheitsdepartement des Kantons Zürich hatte erklärt, das Spital sei obsolet. Viele Eigentümergemeinden sehen dies allerdings anders und wollen die Einrichtung retten.
Nur ein Weg wählbar
Komme das Angebot Thurmed zustande, werde sich der Schuldenschnitt nochmals reduzieren, hiess es am heutigen Montag freudig.
Alle Angebote würden parallel weiterverfolgt, erklärte das Spital Wetzikon, wobei es hiess, dass sich die Offerten aber im Vollzug gegenseitig ausschlössen.
Über die weiteren Schritte werde im Spätsommer informiert. Eventuell kommen noch weitere Ideen zur Rettung der Gesundheitseinrichtung auf.
Das Spital Wetzikon will einfach nicht gehen, obwohl es schon länger auf dem Sterbebett liegt.
13.07.2026/kut.



