
Die Schweiz braucht dringend Strom im Winter. Dafür nimmt die Idee, das Speichervolumen des Göscheneralpsees zu erhöhen, langsam Formen an.
Die Auswirkungen auf die Schweiz wären gewaltig, obwohl sich die Stromproduktion nur geringfügig erhöhen würde.
Mit der Aufstockung der Dammmauer des Kraftwerks Göschenen um nur 15 Meter würde sich das Speichervolumen des Stausees um rund 28 Prozent vergrössern.
Versorgungssicherheit steigt
Damit liesse sich die Stromproduktion vom Sommer in den Winter verlagern. Experten sprechen von rund 60 GWh, was der Jahresstrommenge von etwa 13.500 Vierpersonen-Haushalten entspreche.
Mit der Verlagerung eines grossen Teils der Sommerproduktion in die Wintermonate würde sich die Versorgungssicherheit der Schweiz verbessern.
Selbst Umweltverbände tragen das Projekt mit, auch wenn Ausgleichsmassnahmen noch nicht abschliessend geklärt sind.
Erdbebensicherheit gegeben
Mit einem Vorprojekt klärte das Kraftwerk Göschenen (KWG) zusammen mit Experten von den Schweizerischen Bundesbahnen SBB und dem Stromkonzern Axpo die technischen, ökologischen, rechtlichen, politischen sowie wirtschaftlichen Aspekte einer Dammerhöhung um 15 Meter vertieft ab.
Der Verwaltungsrat habe daraufhin beschlossen, die konkrete Bauprojektierung anzugehen, weil alles positiv aussehe, teilte der Stromproduzent unlängst mit.
Aspekte, wie Hochwasser- und Erdbebensicherheit, seien auch mit einer Erhöhung der Staumauer gewährleistet.
Selbst bei den Wasserzuleitungen aus den Gebieten Voralp und Tiefenbach sowie bei den Triebwasserwegen zu den Turbinen seien keine unüberwindbaren Hindernisse erkannt worden, hiess es frohlockend.
Investition lohnt sich
Ein wichtiger Punkt für einen Investitionsentscheid ist die Restnutzungsdauer.
Die Konzessionen zur Nutzung der Wasserkräfte der Göscheneralp-, Voralp- und Furkareuss sowie des Lochbachs laufen im Jahre 2043 aus.
Doch auch da wurde bereits eine Lösung gefunden, damit sich die Jahrhundert-Investition lohnt.
Mit den konzessionserteilenden Institutionen, Kanton Uri, Korporationen Uri und Urseren, konnte eine Restwertvereinbarung erarbeitet werden, hiess es im Communiqué.
Langsame Schweiz bewegt sich
Die Ausarbeitung des Bauprojekts dauere aber voraussichtlich bis zum Frühling 2027.
Anschliessend würde das Projekt öffentlich aufgelegt und ein möglicher Investitionsentscheid mit nachfolgendem Baustart sei frühestens 2029 zu erwarten, erklärten die Betreiber des KWG weiter.
Selbst bei einem vom Bund priorisierten Wasserkraftwerksprojekt geht in der Schweiz alles nur im Schneckentempo vorwärts.
Vielen scheint da die Dringlichkeit des Problems nicht bewusst zu sein.
13.07.2026/kut.



