
Der Uhrenkonzern Swatch Group durchläuft eine schwere Krise. Doch nun gibt es Anzeichen, dass den Hayeks eine Stabilisierung der Bieler Firma gelingt.
Auf die Halbjahreszahlen der Swatch Group haben viele gewartet.
Obwohl es am heutigen Dienstag sehr viele Unternehmen gibt, die ihre Semesterresultate vermelden, publizierte auch noch der Bieler Uhrenkonzern seine Halbjahresergebnisse.
Umsatz liegt 2 Prozent höher
Die sehen zwar nicht so rosig aus, was ein Grund dafür sein könnte, dass das Management um CEO Nick Hayek einen Tag mit vielen Wirtschaftsmeldungen ausgewählt hat.
Doch im Zahlenkranz gibt es auch Lichtblicke, die in der Öffentlichkeit durchaus mehr Aufmerksamkeit hätten erhalten können.
Der Semesterumsatz stieg um 2 Prozent auf 3,1 Milliarden Franken, wie die Swatch Group bekanntgab.
Währungseffekte zum starken Schweizerfranken hätten um 6,5 Prozent beziehungsweise rund 200 Millionen Franken belastet, hiess es weiter.
Mickriger Reingewinn
Der Betriebsgewinn brach allerdings weiter ein und sank um 23 Prozent auf nur noch 52 Millionen Franken.
Dies sei durch negative Wechselkurseffekte und die Resultate des Produktionsbereichs, weiterhin aufgrund der bewussten Beibehaltung der Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze, ohne Kurzarbeit einzuführen, erklärte Swatch Group zum Geschehen.
Unter dem Strich sank der Reingewinn abermals um 6 Prozent auf nur mickrige 16 Millionen Franken.
US-Absatz wächst kräftig
Swatch Group mit Marken, wie Tissot, Omega, Longines, Hamilton, Breguet & Co. habe ein starkes Umsatzwachstum verzeichnet, angetrieben von einer robusten Dynamik in allen Preissegmenten und auf allen Kontinenten, erklärte das von Nick Hayek geführte Unternehmen zu den Entwicklungen.
Allein die USA verzeichneten ein Wachstum von +27 Prozent, jubelte der Uhrenkonzern. In China stiegen die Verkäufe im eigenen Retail sogar um +9 Prozent, doch die wichtigen Bestellungen von Dritthändlern seien noch bescheiden geblieben.
Die Uhrenmarke Omega realisierte ein starkes Wachstum von +20 Prozent zu konstanten Kursen im eigenen Retail, der nun 42 Prozent des Gesamtumsatzes ausmache, erklärte die Swatch Group mit sehr spezifischen Kennzahlen.
Nachfrage grösser als Angebot
Die Zusammenarbeit von Audemars Piguet und Swatch sei seit dem Start am 16. Mai ein unvergleichlicher weltweiter Erfolg, frohlockte die Swatch Group zur Lancierung der Royal Pop.
Dies ist eine Plastic-Version der legendären Royal Oak der Luxusuhrenmarke Audemars Piguet.

Die Nachfrage nach der Royal Pop habe das Angebot bei weitem überstiegen, und dieser Hype werde noch Monate andauern, obwohl die Warteschlangen vor den Ladengeschäften mittlerweile verschwunden sind.
In den Semesterresultaten sind die Umsätze des Hypes um die Royal-Pop-Uhren allerdings bereits mit rund 6 Wochen enthalten.
Hoffnung stirbt zuletzt
Die im Mai und Juni beobachtete und im Juli bestätigte Beschleunigung ermögliche eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten und werde zu einer deutlichen Verbesserung der Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte führen, gab sich die Swatch Group überzeugt.
Der Konzern könne mit seiner Aufstellung rasch auf ein Anziehen der Nachfrage reagieren, hiess es weiter.
Doch so richtig gut wird es wohl erst, wenn die Swatch Group ihre Resultate an Tagen publiziert, an denen das Unternehmen den Nachrichtenfluss alleine dominieren kann.
An der Börse kamen die Informationen ohnehin schlecht an. Die Swatch-Titel verloren letztlich über 6 Prozent.
21.07.2026/kut./Börsenreaktion ergänzt



