Neue Inflationsmessung hilft der Schweiz abermals

Ein leerer Warenkorb in einem Supermarkt
Bei Inflation können Kunden im Supermarkt für das gleiche Geld weniger kaufen. (Bild: Alexa / pixabay)

Die Teuerung zog mit dem US-israelischen Krieg auf Iran überraschend an. Doch «Gegenkräfte» verhindern einen weiteren Schweizer Inflationsschub.

Der Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen.

Dies sei unter anderem auf höhere Wohnungsmieten und höherer Preise in der Hotellerie zurückzuführen gewesen, erklärte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag zu den Entwicklungen.

Wichtigen Faktor unterschlagen

Ebenfalls gestiegen seien die Preise für Fruchtgemüse, Benzin sowie Automiete und Carsharing, hiess es weiter.

Dem gegenüber seien allerdings die Preise für Luftverkehr und für Heizöl gesunken, erklärten die Statistiker zu den Monatsveränderungen.

LIK im Mai laut BFS
Die Schweizer Teuerung zieht überraschend an. (Screenshot: muula.ch)

Unerwähnt lässt das BFS dagegen einen weiteren Grund, weshalb die Preise nicht mehr so stark wie in den Vormonaten gestiegen sind.

Dafür ist die Statistikbehörde nämlich selbst verantwortlich. Neben den Mieten hob das BFS dieses Jahr die Gesundheitspflege mit fast 20 Prozent zum grössten Einflussfaktor der Schweizer Teuerung empor, wie muula.ch berichtete.

Bisher Nullwachstum gezeigt

Dort wirkte im Mai auch erstmals eine Neuerung, denn die Preise bei Langzeitpflege & Co. gingen um 0,1 Prozent zurück.

Bisher war der Einfluss immer neutral gewesen und nicht zu verwechseln mit steigenden Krankenkassenprämien, welche der LIK unberücksichtigt lässt.

SNB-Aufschlüsselung der Teuerung nach Einflussfaktoren
Erdölprodukte erhöhten die jüngste Teuerung. (Quelle: SNB)

Neben diesem Effekt wirkte sich die Waffenruhe im US-israelischen Angriffskrieg auf Iran etwas auf die Preise der Erdölprodukte aus.

Das Preisniveau sank in diesem Bereich gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent.

Wirkung über Franken verpufft

Die Teuerung im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat betrug +0,6 Prozent, also genauso viel wie im Monat April.

Dabei stiegen sowohl die Preise bei Inland- als auch bei Importgütern, was zeigt, dass der Abwehrmechanismus vom Ausland über den starken Schweizerfranken derzeit nicht gut greift.

Genau deshalb ersannen die Statistiker auch die neue Einflussmöglichkeit über die Gesundheitspflege im Inland.

Gegenüber dem Vorjahresmonat sank hierbei das Preisniveau sogar um 0,4 Prozent und neutralisiert damit etwa die inländischen Mietsteigerungen von 1,4 Prozent um fast die Hälfte.

Teuerung bei Deflation geschaffen

Dieser Mechanismus hat der Volkswirtschaft bereits in der Vergangenheit geholfen.

Braucht die Schweiz etwa mehr Inflation, um nicht zu stark in die Deflationsfalle zu geraten, haben die Statistiker an den Gewichten des Warenkorbes gedreht, welcher der Inflationsberechnung zugrunde liegt.

Doch Deflation war nur eine Gefahr für die Schweiz, bevor US-Präsident Donald Trump die Islamische Republik Iran angriff.

Erdölpreis treibt Inflation

Nun hat sich das Blatt gewendet. Die Schweizer Teuerung schoss ab März in die Höhe – viel zu rasch für den Geschmack der langsamen Schweiz.

Daher kommt nun «Gegensteuer» über eine günstigere Gesundheitspflege.

Erdölprodukte, Energie sowie Treibstoffe verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat mit +17,7 Prozent beziehungsweise +6,0 weiter. Im April hatte die Jahresteuerung an diesen Stellen noch bei 17,0 und 5,4 Prozent gelegen.

Ein Hauptbremsfaktor war nun – abgesehen von etwas Beigemüse – erstmals die Gesundheitspflege.

04.06.2026/kut.

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