
Günstige Bedingungen treiben den Anleihemarkt in Franken in die Höhe. Dies nutzen nicht nur die Kantone, sondern vermehrt auch Ausländer.
Jahrelang konnten Investoren günstig Geld in Japan aufnehmen.
Seit dort die Zinsen gestiegen sind, fokussieren sich die Kapitalmärkte offenbar stärker auf die Schweiz.
Rekordvolumen von 660 Milliarden
Der Primärmarkt bei Franken-Anleihen sei im vergangenen Jahr intensiv genutzt und von Marktteilnehmern bezüglich Placierungsbedingungen als sehr günstig bezeichnet worden, teilte die Schweizerische Nationalbank SNB in einer Analyse mit.
Der Primärmarkt erhöhte 2025 die Bruttoemissionen um 12 Prozent auf 93 Milliarden Franken und erreichte damit ein neues Rekordniveau.
Das ausstehende Volumen aller Franken-Anleihen sei damit per Ende 2025 auf einen neuen Höchststand von rund 660 Milliarden Franken gestiegen, erklärte die SNB weiter.
Verschiebung von Bund zu Kantonen
Dabei blieben die Anleiheemissionen des öffentlichen Sektors im Vergleich zum Vorjahr zwar praktisch unverändert.
Doch während die Emissionen der Kantone um 54 Prozent auf rund 4 Milliarden Franken stiegen, reduzierte der Bund seine Platzierungen um 17 Prozent auf rund 5 Milliarden Franken.
Nach Einschätzung von Marktteilnehmern hätten die Kantone das günstige Marktumfeld genutzt, um sich langfristig tiefe Refinanzierungskosten zu sichern.
Der Rückgang des Emissionsvolumens beim Bund sei dagegen eine Normalisierung nach den höheren Finanzierungsbedürfnissen in den Jahren der Coronavirus‑Pandemie.
Anstieg um 41 Prozent registriert
Doch an den Zahlen der SNB fällt noch eine bedeutsame Entwicklung auf.
Im Vergleich zum Inlandssegment nahm das Emissionsvolumen im Auslandssegment ausserordentlich stark zu.
Die Emission von Franken-Anleihen ausländischer Schuldner stieg um 41 Prozent auf 27 Milliarden Franken innerhalb nur eines Jahres.

Der Anstieg war insbesondere auf höhere Emissionen der öffentlichen Hand, nichtfinanzieller Unternehmen sowie supranationaler Organisationen zurückzuführen, hiess es von der SNB weiter.
Sogar andere Staaten finden das Verschulden in Schweizerfranken besonders attraktiv, wie aus der Grafik weiter hervorgeht.
Schweiz wird neues Japan
Da ausländische Emittenten die aufgenommenen Franken in der Regel über Devisenswaps in ihre Heimatwährungen tauschen, dürfte neben der Diversifikation der Investorenbasis vor allem der Rückgang der Swap-Kosten ein zentraler Treiber der Emissionstätigkeit in Franken gewesen sein, erklärte die SNB weiter.
Marktteilnehmer erwarten auch im laufenden Jahr weiterhin gute Emissionsbedingungen, hiess es zudem.
Besonders ausländische Unternehmen könnten für ihre Finanzierung vermehrt Franken- Anleihen emittieren, wodurch der Franken-Anleihenmarkt auch für globale Emissionsbanken an Bedeutung gewinnen könnte.
Die Schweiz löst mit ihren Nullzinsen so eventuell Japan als Finanzierungsquelle der Welt ab.
08.06.2026/kut.





