
Der Autokonzern Audi holt mit seinem über 1000 PS starken Sportwagen Nuvolari zu Ferrari und Lamborghini wieder auf. Die Schweiz profitiert davon.
Es war eine Vorstellung genau am richtigen Ort.
Der deutsche Autokonzern Audi lancierte unlängst seinen neuen Sportwagen Nuvolari im legendären Luxushotel du Cap-Eden-Roc an der Côte d’Azur.
Von Stars gesucht
Das einstige Refugium für Journalisten und Schriftsteller am Cap d’Antibes bei Monaco ist eine Nobelherberge.
Bekannte Gäste des Hotels, das mittlerweile zur deutschen Oetker-Gruppe gehört, waren unter anderem Ernest Hemingway, Marlene Dietrich, Pablo Picasso und König Eduard VIII.
Hier trifft Tradition also auf die Moderne. Die Reichen und Schönen der Welt wollen auf keine Annehmlichkeiten verzichten und doch etwas in der Vergangenheit schwelgen.
In 2,6 Sekunden auf 100 km/h
Genauso ist es beim Supersportwagen Nuvolari mit leistungsstarkem Hybridantrieb, der in Kombination mit mehreren Motoren auf eine Leistung von 1001 PS kommt und dennoch auf neoklassischen Stil setzt.
Die Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde erfolgt in 2,6 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 350 Kilometern in der Stunde.


Audi will davon lediglich 499 Exemplare bauen.
Der Verkaufspreis liegt bei stolzen 600.000 Franken je Fahrzeug und reicht damit an das neue E-Auto Luce von Ferrari heran, über dessen Lancierung muula.ch unlängst ebenfalls berichtete.
Namensgebung geändert
Beim Supersportwagen von Audi bricht der Name Tradition und ist es aber dennoch zugleich.
Tazio Nuvolari war vor rund 100 Jahren einer der grössten und mutigsten Rennfahrer der Welt. Er war für seinen Erfindergeist und Siegeswillen bekannt.
Für den Modellnamen brach Audi im bayerischen Ingolstadt sogar mit der üblichen Buchstaben-Zahlen-Kombination bei seinen Fahrzeugen. Nuvolari prägt also tatsächlich die Philosophie dieses Sportwagens.
Über 4 Prozent des Weltmarktes
Von den 499 Exemplaren des Nuvolari kommen 220 nach Europa, verriet Helmut Ruhl, CEO des Autoimporteurs Amag, dem heutigen «SonntagsBlick».
«Und wir erhalten etwa 20 Stück», sagte der Konzernchef des Schweizer Familienunternehmens.
Damit partizipiert die Schweiz also überproportional, wenn hierzulande 4 Prozent der Gesamtproduktion ihren Absatz finden.
Trotz des hohen Verkaufspreises gebe es in der Schweiz aber bereits eine Warteliste für die Supersportfahrzeuge, hiess es weiter.
Neuer «Vorsprung durch Technik»
Mit dem schnellsten und leistungsstärksten Serienfahrzeug, das Audi je entwickelt hat und das sich die Kunden selbst konfigurieren können, zeigt der über 100 Jahre alte deutsche Autokonzern wieder Mut.

Es ist ein Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen Carbon, Design, Aerodynamik und Emotionen, ohne aber den Trend zur Elektromobilität zu vernachlässigen.
Selbst der traditionsreiche Werbeslogan von Audi aus dem Jahr 1971, «Vorsprung durch Technik», bekommt hierbei wieder eine Bedeutung.
Änderung des Geschäftsmodells
Angst, dass die Chinesen den Schweizer Markt mit neuen Marken und Modellen fluten, habe Amag-CEO Ruhl keine. «Respekt, aber keine Angst», sagte er.
«Früher hat man in Deutschland Autos entwickelt, sie auch hauptsächlich in Europa produziert und dann in die ganze Welt exportiert», so der Fahrzeugmanager.
Doch dieses Geschäftsmodell sei Geschichte, erklärte Ruhl bezüglich der aktuellen Umstrukturierung im Volkswagen-Konzern, zu dem auch die Premiummarke Audi gehört.
Der Spagat zwischen Tradition und Moderne kommt mit dem Nuvolari jedenfalls in der Fangemeinde bisher sehr gut an. Dazu braucht es heutzutage eben auch die richtige Inszenierung am richtigen Ort.
12.07.2026/ena.



