
Die Erzeugerpreise haben den US-israelischen Angriffskrieg auf Iran verdaut. Langfristig zeigt sich aber in der Schweiz das Deflationsgespenst wieder.
Die Preise purzeln für die Unternehmen wieder.
Der Produzenten- und Importpreisindex sank im Juni gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Dienstag mit.
Mineralöl und Importenergie
Preisrückgänge zeigten laut den Statistikern insbesondere Mineralölprodukte sowie Erdöl und Erdgas.
Die Raten sanken teils zweistellig, wie aus den Detaildaten weiter hervorging. Mineralölprodukte verbilligten sich binnen Monatsfrist um rund 12 Prozent. Importenergie wurde um 13 Prozent günstiger.

Im Vergleich zum Juni 2025 sank das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten um 2,1 Prozent.
Auch hierbei spielten Mineralölprodukte und Energie die Hauptrollen. Im Inland gaben die Preise um 2,7 Prozent nach.
Bei den Importen, wo normalerweise über den starken Schweizerfranken ein grosser Hebel besteht, ging es binnen Jahresfrist aber nur 0,8 Prozent nach unten.
Energieabhängigkeit reduzieren
Wie muula.ch bereits mehrfach berichtete, muss die Schweiz als Land nur einen Preisschub bei ausländischer Energie fürchten.
Dies verdeutlichen die Grafiken des BFS nach den jeweiligen Einflussfaktoren der Güter.
Während bei den Produzentenpreisen die Teuerung seit Jahren quasi vollkommen verschwunden ist, reagieren die Importpreise fast ausschliesslich bei Energie.

Will die Schweiz das Problem beheben, muss sie die Selbstversorgung bei Energie forcieren und könnte diese Preisschwankungen neutralisieren.
Iran-Krieg als Schlüssel
Wenn die Unternehmen weniger Inflation spüren, können sie dies über Preisnachlässe oder Rabatte an die Verbraucher weitergeben.
Da die Erzeugerpreise nun wieder rückläufig sind, entsteht Spielraum für Preissenkungen bei Coop, Migros, Manor, Globus & Co.
Wird die iranische Blockade der Strasse von Hormus gelöst und gehen dabei die Preisanstiege von Mineralölprodukten sowie Energie weiterhin rasant zurück, dürfte sich auch das Gespenst der Deflation in der Schweiz wieder zeigen.
14.07.2026/kut.



