
Während das Management von Novartis höhere Millionen-Gratifikationen kassiert, sinken die Boni der Untergebenen. Der Pharmakonzern erklärt sich nun.
Viele Angestellte von Novartis bekommen lange Gesichter beim Blick in ihre neueste Bonustüte.
Dort ist nämlich erneut weniger drin, genau wie im Vorjahr, als bereits die Gratifikationen trotz Rekordergebnissen des Basler Pharmakonzerns zurückgegangen sind.
Weiterer Rückgang
Hintergrund dieser Rückgänge ist der sinkende «Business Performance Faktor», kurz BPF, der für 2025 stark einbrach.
Der Wert sank von 135 auf nur 112 Prozent, wie Recherchen von muula.ch ergaben.
Bereits im Jahr davor war der BPF von 145 auf 135 Prozent zurückgegangen und hatte für geringere Boni, zumindest in der Schweizer Einheit von Novartis, gesorgt.
Chef bekommt 30 Prozent mehr
Novartis-CEO, Vas Narasimhan, war dagegen im gleichen Zeitraum mit gigantischen Bonussteigerungen in der Öffentlichkeit aufgefallen.
Für das Jahr 2024 hatte sich die Entlohnung des Konzernchefs von 16 auf 20 Millionen Franken erhöht.
Nun gab es nochmal 5 Millionen Franken obendrauf und die Gesamtvergütung von Narasimhan stieg innerhalb eines Jahres um 30 Prozent auf sage und schreibe 24,9 Millionen Franken.
Die Erhöhung der Gesamtvergütung des CEO gegenüber 2024 sei im Wesentlichen auf eine höhere Auszahlung im sogenannten Long-Term Performance Plan (LTPP) zurückzuführen, erklärte der Basler Pharmakonzern auf eine Medienanfrage von muula.ch.
Diese höhere LTPP-Auszahlung spiegele die deutliche Übererfüllung der Ziele im Zeitraum von 2023 bis 2025 wider, hiess es weiter.

Novartis habe in diesem Zeitraum eine Gesamtrendite für die Aktionäre von 84 Prozent erzielt und damit den zweiten Platz unter der globalen Vergleichsgruppe erzielt, so die Novartis-Medienstelle.
Zu den ständigen Rückgängen bei den Untergebenen wollte der Pharmakonzern aber erneut keine Stellung beziehen.
Eigentlicher Jahresbonus legt zu
Mit anderen Worten: Die starke Erhöhung der Vergütung beim CEO Narasimhan sei hauptsächlich wegen der Vorjahre erreicht worden.
Doch ein Blick in die Vergütung für das Einzeljahr 2025 zeigt auch eine Steigerung des Bonus um rund 15 Prozent auf 5,1 Millionen Franken.
Und genau für diesen Zeitraum schauen die Untergebenen in Basel, Stein & Co. mit langen Gesichtern in ihre Lohntüten.
12.06.2026/kut.





