
Die Volkswirtschaft der Schweiz ist gut diversifiziert und kaum etwas kann sie aus der Balance bringen. Doch nun bennent die Nationalbank drei Risiken.
Eine der wichtigsten Publikationen der Schweiz findet kaum noch den Weg in die Öffentlichkeit.
Die Rede ist vom Quartalsbulletin der Schweizerischen Nationalbank SNB.
Einfluss der Weltkonjunktur
Darin wird nicht nur die Geldpolitik des Landes ausführlich erklärt und begründet, sondern es finden sich auch wertvolle Angaben zur Entwicklung der Schweizer Volkswirtschaft, der Unternehmen sowie den Arbeitnehmern.
Es ist also quasi für jeden etwas dabei.
Selbst wer sich für die Hauptgefahren der Wirtschaft interessiert, wird im neuesten SNB-Quartalsheft fündig.
«Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sind Entwicklungen in der Weltwirtschaft», hiess es diesmal klipp und klar.
Wenn also irgendwo auf der Erde eine Krise herrscht, hat dies Auswirkungen auf die Schweizer Volkswirtschaft.
Erdölpreis belastet doppelt
Insbesondere könnte sich die Lage im Nahen Osten nun erneut zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen, mahnten die SNB-Ökonomen.
Steigende Energiepreise belasteten die Unternehmen über höhere Produktionskosten.
Zudem dämpften sie zugleich die Kaufkraft der Privathaushalte, so der aktuelle Mechanismus.
Letzteres passiert in der Schweiz aber beispielsweise nicht so rasch, weil die Energiepreise hierzulande administriert sind und Schweizer Stromkonzerne den Verbrauchern nicht sofort höhere Tarife durchgeben können.
Innovativ sein für Kundschaft
Neben der globalen Ökonomie könnte als zweites Risiko auch der Aufwertungsdruck auf den Schweizerfranken wieder zunehmen, hiess es weiter von der SNB.
Wird die Landeswährung stärker, werden auch Schweizer Produkte im Ausland teurer.
Damit müssen sich die Unternehmen hierzulande noch mehr anstrengen, den Kunden mehr Mehrwert zu bieten oder an der Kostenbasis in der Heimat zu feilen.
Mit einem starken Schweizerfranken lohnt sich da beispielsweise der grössere Bezug von Vorleistungen aus dem Ausland.

Neben der Weltlage und einer Erstarkung des Schweizerfrankens gibt es aber noch ein grosses Risiko.
Die US-Handelspolitik sei weiterhin ein Unsicherheitsfaktor, erklärte die Schweizer Nationalbank zur Situation.
Neue Gespräche in Washington
Diese Woche will es der Schweizer Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin nochmal in Washington probieren, mit den USA eine Übereinkunft über die US-Strafzölle zu finden.
Doch der amerikanische Präsident Donald Trump kann diesem Ansinnen bekanntermassen rasch einen Strich durch die Rechnung machen.
Insofern bleibt die Gefahr erhöht.
Bürokratie abbauen
Die SNB stützt ihre Geldpolitik zudem auf Befragungen von Schweizer Firmen in allen Landesteilen.
Befragt nach den Hauptrisiken nennen Schweizer Unternehmer neben den drei genannten Punkten noch die zunehmende administrative und regulatorische Belastung.
Auch darauf muss das Land also ein Augenmerk legen. Es ist aber eine Daueraufgabe, weil Bürokratie automatisch wuchert.

Und wer den SNB-Bericht noch tiefer anschaut, sieht obendrein steigende Risiken bei der Verschuldung der Privathaushalte sowie eine schleichende De-Industrialisierung des Landes.
Das Quartalsbulletin der Zentralbank ist eben einer der wichtigsten Publikationen der Schweiz.
29.06.2026/kut.



