ABB geht für Milliarden shoppen

Logo des ABB-Konzerns an einem Gebäude
ABB kauft in Grossbritannien zu. (Bild: muula.ch)

Der Energietechnik-Konzern ABB boomt. Das Schwedisch-Schweizerische Unternehmen will nun sein Geschäft mit einer teuren Übernahme ausbauen.

Derzeit könnte es bei dem auf Automatisierung und Energietechnik ausgerichteten ABB-Konzern wohl kaum besser laufen.

Der Auftragseingang legte im zweiten Quartal um 30 Prozent auf 12 Milliarden Dollar zu, wie ABB am heutigen Donnerstag bekanntgab.

Auf Welle der Megatrends

Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar.

Der Konzerngewinn erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsquartal allerdings «nur» um 6,4 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Dollar. ABB-CEO Morten Wierod verwies auf die gute Positionierung bei Megatrends um Elektrifizierung und Automatisierung.

Der Energietechnik-Konzern profitiert vom weltweiten Bau an Rechenzentren für Künstliche Intelligenz KI.

Stannungsstabilität sicherstellen

Ein Beispiel dafür sei die Partnerschaft mit dem US-Mikronetzanbieter VoltaGrid, bei der rotierende Phasenschieber mit Schwungradtechnologie eingesetzt werden, die wie Stossdämpfer für das Stromnetz wirkten und das Netz stabil hielten.

Dies gewährleiste die für KI-Chips der nächsten Generation nötige Spannungsstabilität, erklärte Wierod das System.

ABB-Auftragseingänge
Auftragseingänge von heute sind Umsätze von morgen. (Screenshot: muula.ch)

Genau mit solchen Produkten liegt ABB auf der Höhe der Zeit. Nutzer der teuren Speicherchips möchten kaum, dass diese durch Stromschwankungen kaputtgehen.

Geld aus De-Investition verwenden

Gleichzeitig mit den Quartalszahlen gab ABB eine grössere Akquisition in Grossbritannien bekannt.

Der Schwedisch-Schweizerische Konzern wolle den britischen Automatisierungsspezialisten Rotork für rund 5,5 Milliarden Dollar übernehmen, hiess es zu dem Deal.

Bezahlt werden solle fast vollständig mit dem Geld, das ABB bei der Veräusserung des Robotik-Bereichs an Softbank einnimmt, erklärte der Energietechnik-Konzern.

Vollzug erst 2027

Das ABB-Angebot entspreche einem Aufschlag von rund 60 Prozent auf den Kurs der Rotork-Aktie der vergangenen drei Monate im Schnitt.

Die Transaktion solle im ersten Halbjahr 2027 vollzogen werden und stehe unter dem Vorbehalt behördlicher Bewilligungen, hiess es zu den Details.

Hoher Umsatzmultiple

An der Börse kamen all die Informationen nicht so gut an.

Die ABB-Papiere sanken gleich zum Handelsbeginn um rund 3 Prozent. Dafür kann eine einfache Erklärung gefunden werden.

Die Übernahme kostet rund 5,5 Milliarden Dollar, doch Rotork hatte im Jahr 2025 nur 1 Milliarde Dollar umgesetzt. Solche Umsatzmultiple sind in den Augen von Investoren eher stattlich.

Und Rotork hatte in den Jahren 2022 bis 2025 auch nur ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von 8 Prozent pro Jahr erzielt.

16.07.2026/kut.

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