Erneuter Knall bei Edelmetallfirma Degussa

Ein Kilobarren Gold der Firma Degussa
Degussa ist mit Gold ein Milliardenkonzern geworden. (Bild: PD)

Der Gold- und Silberhändler Degussa warf neulich seinen Geschäftsführer unsanft raus. Nun muss gleich das ganze Topmanagement abtreten.

Der Edelmetallhändler Degussa kommt nicht zur Ruhe.

Der Verwaltungsrat der Degussa Holding habe an seiner Sitzung am heutigen Dienstag in Baar ZG Änderungen an der Unternehmensspitze beschlossen, teilte das Schweizer Unternehmen gleichentags mit.

Unternehmensentwicklung als Grund

Demnach scheiden CEO Christian Rauch und Finanzchef Mark Sommer per sofort aus der Geschäftsführung aus, hiess es weiter.

Es ist allerdings sehr ungewöhnlich, dass ein Unternehmen sowohl den Konzernchef als auch den CFO gleichzeitig entlässt. Was vorgefallen ist, blieb im Dunkeln.

August François von Finck, Präsident des Verwaltungsrats, sagte lediglich, Degussa wolle den nächsten Schritt der Unternehmensentwicklung einleiten, und da passe der CEO-Nachfolger hervorragend.

Externer Berater als neuer Chef

Der 54-jährige Alexander Betz sei zum neuen Konzernchef bestellt worden, hiess es weiter.

Der Manager habe langjährige Erfahrung bei der operativen Skalierung vernetzter Geschäftsmodelle und bringe die Expertise mit, um die nächste Wachstumsphase konsequent voranzutreiben.

Betz war bereits als Berater für Degussa tätig gewesen. Sein Fokus soll nun auf Digitalisierung und Internationalisierung liegen.

Verwaltungsrat führt Finanzen

Bis zur Neubesetzung der CFO-Position werde Tino Porzel, Mitglied des Degussa Verwaltungsrats, die Kontinuität und Stabilität im Finanzwesen gewährleisten, erklärte der Edelmetallhändler weiter.

Auch das Aktivieren eines Verwaltungsrats ist ein ungewöhnlicher Schritt, weil dem Aufsichtsgremium eigentlich die Oberaufsicht über die Firma obliegt.

Degussa ist mit dem Hauptsitz in der Schweiz und vielen Niederlassungen keine Mini-Firma, sondern setzte mit dem Goldpreis-Anstieg im vergangenen Jahr rund 3 Milliarden Franken um.

Angst als Verkaufsargument

Doch bereits Ende 2022 waren Markus Krall als Geschäftsführer und der jahrelange Chef-Volkswirt Thorsten Polleit auf einen Schlag entfernt worden, wie muula.ch berichtete.

Hintergrund war ein Strategiewechsel unter dem neuen Machthaber von Finck, welcher Gold nicht mehr mit Angst, sondern mit Sicherheit und Vertrauen verkaufen will.

Auch sämtliche Verbindungen zum ultra-liberalen Mises Institut und zur rechtsgerichteten Tagespolitik waren gekappt worden, die vielfach schlechte Wirtschaftsprognosen und den Zerfall des Geldsystems propagieren.

Berühmte Geschäfte in der Schweiz

Zur Neuausrichtung hatte Degussas Haupteigentümer August Francois von Finck wichtige Impulse beigetragen, nachdem sein Vater, der bekannte Milliardär August von Finck junior, gestorben war.

Letzterer ist durch seine Geschäftsaktivitäten bei der Mövenpick-Gruppe, bei von Roll sowie dem Warenprüfkonzern SGS bekannt und hatte die deutsche Partei AfD in ihrer Gründungsphase unterstützt.

Aufbau eigener Geschäfte

Ex-Degussa-Chef Krall zog nach seinem Rauswurf selbst in die Schweiz und baut derzeit, neben seiner Tätigkeit als Publizist, selbst ein Goldgeschäft im Kanton Thurgau auf.

In der Öffentlichkeit machte Krall von sich Reden, weil ihn die Universität Zürich keinen Vortrag halten lassen wollte, wie muula.ch berichtete.

Nun gab es also beim Edelmetallhändler Degussa wieder einen Managementwechsel auf einen Schlag. Zweifel dürfen durchaus bleiben, ob das neue Konstrukt lange hält.

09.06.2026/kut.

Erneuter Knall bei Edelmetallfirma Degussa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert