Swiss Re stürzt wieder vom Olymp

Bushaltestelle Schweizer Rück vor dem Hauptsitz der Swiss Re in Zürich
Die Schweizer Rück verzeichnet weniger Prämien als Munich Re. (Bild: muula.ch)

In der Welt der Rückversicherung gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft. Diese muss die Swiss Re nun aber wieder abgeben.

Das Glück an der Spitze der Rückversicherungsbranche währte für den Schweizer Rückversicherungsriesen Swiss Re nicht lange.

Nach genau einem Jahr musste das von Andreas Berger als CEO geführte Unternehmen den Spitzenplatz wieder abgeben.

Wichtiges Branchenbarometer

Wie aus der neuesten Marktstudie der auf Versicherer spezialisierten US-Ratingagentur A.M. Best hervorgeht, liegt Swiss Re nunmehr nicht mehr vor der Münchner Rückversicherung Munich Re.

Die Zürcher kamen 2025 «nur» noch auf ein Prämienvolumen von 34,6 Milliarden Dollar, wie die Übersicht von A.M.Best verdeutlicht.

Die Bayern von der Munich Re erzielten umgerechnet 35,5 Milliarden Dollar. Auf Rang 3 landete wie im Vorjahr die Hannover Re mit 31,4 Milliarden Dollar.

Lloyd’s und Berkshire

Dabei achtet die US-Ratingagentur darauf, dass die Rechnungslegung der Firmen vergleichbar ist.

Die Rückversicherer wenden insbesondere IFRS 17 an, den Standard, auf den Swiss Re im Vorjahr gewechselt und an die Spitze der Rückversicherungsbranche gerutscht war.

A.M. Best Ranging der Rückversicherer
Munich Re führt das Ranking von A.M. Best. (Screenshot: muula.ch)

Bei anderen Rechnungslegungsregeln führt mittlerweile das britische Versicherungssyndikat Lloyd’s.

Die von Starinvestor Warren Buffett gegründete Investmentholding Berkshire Hathaway landete damit auf Platz 2.

Im Vorjahr war die Investmentgesellschaft, die grosse Rückversicherungsgeschäfte betreibt, aufgrund des Wechsels der Swiss Re auf IFRS 17 hierbei an die Spitzenposition vorgerückt.

Nun dominiert jedoch global Lloyd’s aus London.

Kaum Grossschäden erlitten

Doch die Grösse bei den Prämienvolumina, die laut der Ratingagentur ohnehin stark von den Währungsänderungen um Euro, Dollar, Pfund und Schweizerfranken abhängt, sagt noch nicht viel zur Marktführerschaft aus.

Viel wichtiger ist beispielsweise für Investoren die Profitabilität des Geschäfts und da führten die Münchner den Markt bei Weitem.

Der Schaden-Kosten-Satz von Munich Re betrug 73,9 Prozent. Swiss Re lag bei schlechteren 79,5 Prozent, was für das eine Jahr verdeutlicht, dass die Deutschen bessere Geschäfte an Land gezogen haben.

Weiche Marktphase entscheidet

Hinzu kommt der aktuelle Softmarkt in der Rückversicherungsbranche.

Weil es kaum grössere Schäden gibt, fordern die Kunden von Munich Re, Swiss Re, Hannover Re & Co. hohe Preisnachlässe, was die Prämienvolumina der Rückversicherer zurückgehen lässt.

Und je nachdem, welcher Rückversicherer wo genau nachgibt, landet er im kommenden Jahr bei A.M. Best wieder im Olymp.

1808.2026/kut.

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