Straumann-Gruppe mit Neuanfang

Straumann-Gruppe in Basel
Straumann tauscht CEO aus. (Bild: PD)

Der Dentalkonzern Straumann bekommt einen neuen Konzernchef. Guillaume Daniellot tritt überraschend zurück.

Beim Basler Hersteller von Zahnimplantaten Straumann gibt es an der Spitze einen Personalwechsel.

Neue Wachstumsphase

Guillaume Daniellot habe sich nach fast 20 Jahren im Unternehmen, davon sieben Jahre als CEO, entschieden, von seiner Funktion zurückzutreten, teilte die Straumann-Gruppe zusammen mit ihren Semesterresultaten am Mittwoch mit.

Im Rahmen einer geplanten Nachfolgeregelung sei mit Wirkung zum 1. Dezember die Ernennung von Christopher Norbye (Jg. 1973) zum Nachfolger erfolgt, hiess es weiter.

Damit seien die Weichen für ihre nächste Wachstumsphase gestellt.

MBA in den USA

Der Schwede Norbye wechselt von Beijer Ref zu Straumann, wo er als CEO tätig war.

Zuvor leitete er beim Schliesstechnik-Konzern Assa Abloy den Geschäftsbereich Entrance Systems.

Der Manager habe bei seinen früheren Arbeitgebern stets Erfolg bei Wachstumsprojekten gehabt, würdigten die Basler ihren Personalentscheid.

Norbye verfügt über einen MBA der University of Miami.

Misslungener Zukauf

Die Ablösung von Daniellot kommt überraschend, auch wenn der Basler Konzern von einer geplanten Nachfolge spricht.

Der aktuelle CEO hat intern für viel Unruhe und zahlreiche Personalabgänge gesorgt.

Der Implantatehersteller verhob sich unter dem aktuellen CEO zudem mit so mancher Aktivität, wie der Akquisition von DrSmile in Deutschland oder der Expansion in China.

Gewinnmarge steigt

Bei Straumann lief es im ersten Halbjahr aber sonst nicht schlecht.

Der Semesterumsatz stieg um 2,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken.

Der Reingewinn erhöhte sich um 5,3 Prozent auf rund 251 Millionen Franken, was einer Steigerung der Gewinnmarge um 0,5 Prozentpunkte auf 18,2 Prozent entspricht.

Zu dem Ergebnis haben Effizienzmassnahmen beigetragen, denn der Personalbestand wurde um rund 4 Prozent auf noch 11.600 Mitarbeiter reduziert.

An einem Standort im deutschen Markkleeberg bei Leipzig schloss Straumann die komplette Aligner-Produktion und stellte dort rund 240 Personen einfach auf die Strasse.

Optimistisch für Zukunft

Diese Resultate sind umso bemerkenswerter, als M&A-bedingte Abschreibungen und Wertänderungen bei Kaufpreiszahlungen von 13,9 Millionen Franken sowie Rechtskosten in Höhe von 18 Millionen Franken im Zusammenhang mit einem US-Patent- und Kartellrechtsstreit mit Align Technology anfielen.

Für das weitere Geschäftsjahr ist das Management um Noch-CEO Daniellot aber zuversichtlich.

Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn sollen gegenüber den Vorjahreswerten weiter zulegen.

An der Börse kamen die Informationen, insbesondere aber der überraschende Wechsel des CEO, nicht gut an. Die Straumann-Titel verloren gleich zu Handelsbeginn über 6 Prozent.

19.08.2026/kut./Meldung mit Börsenreaktion ergänzt

Straumann-Gruppe mit Neuanfang

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