US-Staatsanleihen als Ladenhüter

100-Dollar-Noten
Die USA müssen sparen und gleichzeitig refinanzieren. (Bild: G. Trovato / unsplash)

Die USA müssen tausende Milliarden von Staatsanleihen erneut refinanzieren. Doch fast niemand will den Amerikanern aus guten Gründen dabei helfen.

In der Weltgeschichte war es nie gut, wenn die Amerikaner mit dem Rücken zur Wand stehen.

Doch nun dürfte wieder so ein Moment gekommen sein.

Garantierte Verluste vermeiden

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben über 40.000 Milliarden an Staatsschulden angehäuft und die Refinanzierung des Defizits wird immer mehr zum Problem.

Fast niemand will auch nicht für über 5 Prozent an Zins neue US-Staatsanleihen kaufen.

Der Grund liegt im Zinsentscheid der US-Zentralbank Federal Reserve Bank Fed.

Kaufen Investoren nun US-Bonds und steigen die Leitzinsen später, sinken alte Anleihen im Wert.

Die Verluste müssen Investoren dann in ihren Portfolios ausbaden. Daher will derzeit niemand die US-Staatsanleihen kaufen, weil Verluste quasi vorprogrammiert sind.

Norwegen macht Schnitt

Es passiert sogar teils das Gegenteil.

Viele Ausländer stossen US-Treasuries ab, weil sie allein mit dem Zerfall des US-Dollars bereits in ihren Heimwährungen herbe Verluste erlitten haben.

Hebt die Fed die Leitzinsen aufgrund der hohen Inflation an, kämen weiter Abschreibungen hinzu.

Bestes Beispiel dafür ist der norwegische Staatsfonds, der US-Staatspapiere im Umfang von 100 Milliarden Dollar abstossen will, wie am Wochenende bekanntwurde.

Aktive Zinsmanipulation

Der amerikanische Staat finanziert sich sehr kurz, weil die kurzfristigen Zinsen deutlich niedriger als die langfristigen Zinsen sind.

Mit einem Kniff versuchte US-Finanzminister Scott Bessent, die Langfristzinsen zu senken, damit eine längerfristige Finanzierung für die USA günstiger wird.

Doch das ging gehörig schief.

US-Strafzölle als Druckmittel

US-Präsident Donald Trump, der bereits 2025 rund 8000 Milliarden Dollar an Staatsanleihen refinanzieren musste, welche die Vorgängerregierung bereits sehr kurzfristig finanziert hatte, muss 2026 über 9000 Milliarden Dollar an USA-Bonds erneuern.

Im Jahr 2025 funktionierte das noch mit den US-Strafzöllen, wo viele Länder «Deals» mit Trump abschlossen, die auch den Kauf von US-Staatsanleihen beinhalteten.

Auch die Schweiz mischte da kräftig mit, wie muula.ch berichtete. Mittlerweile ist dieser Weg über US-Importzölle jedoch völlig ausgereizt.

Investoren beeinflussen

Damals standen aber Zinssenkungen im Raum, die der US-Präsident mit Druck auf die Fed durchsetzen wollte.

Senkt die Fed die Leitzinsen, steigen Anleihen im Wert, weil ihr Zinscoupon über die Restlaufzeit mehr Ertrag abwirft.

Trump versuchte dieser Tage sogar, Zweifel an der Zinspolitik der Fed zu streuen. Die US-Zentralbank würde im September die Leitzinsen senken, behauptete der US-Präsident rotzfrech.

Dann wäre nämlich der Kauf von US-Staatsanleihen attraktiv.

Inflation viel zu hoch

Die Realität sieht jedoch anders aus. Der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran heizt die Teuerung weltweit an.

In den USA stieg die Inflation fast auf 4 Prozent, was weit vom Inflations-Ziel der Fed entfernt ist.

Experten, wie jede der Deutsche Bank Research, erwarten daher noch zwei Leitzinserhöhungen um je 0,25 Prozent in diesem Jahr.

Neidisch blickt der US-Präsident auf den Schweizer Staat, der sich zu null Prozent verschulden kann.

Staatsausgaben sparen

Wer signalisierte Trump, Bessent & Co. aber umgehend Hilfe?

Es war China und deswegen hofieren die Amerikaner den chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Er weiss, wenn die USA mit dem Rücken zur Wand stehen, steht es um die Welt schlecht.

Die Amerikaner können sich auch nicht im Inland bei ihren Bürgern weiter verschulden, weil die Sparquote aktuell sinkt.

Der US-Zentralstaat sucht zudem händeringend nach Einnahmen und spart, wo er kann. Vom Scheck über 2000 Dollar für jeden Amerikaner oder einer Steuersenkung für Unternehmen ist selbst bei Trump die Rede verstummt.

Und den Ukraine-Krieg zahlen nun die Europäer.

Luft zum Aufkaufen

China könnte dagegen einfach seine Staatsbanken anweisen, US-Staatsanleihen zu zeichnen, wohl wissend, dass dann temporäre Verluste resultieren können, wenn die Fed die Leitzinsen anhebt.

Das Reich der Mitte hat ohnehin gut vorgesorgt, indem es in den vergangenen Jahren sein Portfolio an US-Treasury-Bonds abgebaut und somit wieder Luft zum Investieren hat.

Nur temporäre Verluste

Der Rest der Welt sollte dem Vorbild Chinas folgen und der Trump-Regierung bei der Refinanzierung helfen.

Andernfalls könnten die Amerikaner noch zu ganz anderen Massnahmen greifen.

Und wer die US-Staatsanleihen mit ihren aktuell hohen Coupons bis zum Ende der Laufzeit hält, spürt von den Wertverlusten ohnehin nicht viel. Investoren dürfen das Geld aber eben bis dahin nicht anderweitig benötigen.

08.09.2026/kut./Meldung ausgebaut

US-Staatsanleihen als Ladenhüter

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