Ein Land Europas noch teurer als die Schweiz

Ein Blick über Luzern mit einer Schweizerflagge im Vordergrund
Importhürden treiben oft Schweizer Preise in die Höhe. (Bild: A. Presa / unsplash)

Das Schweizer Preisniveau gilt als eines der höchsten der Welt. Daran ist das Land oft selbst schuld und liegt nicht einmal an der Spitze Europas.

Die Lebenshaltungskosten der Schweiz sind exorbitant hoch.

Ein Vergleich von Eurostat, welcher neben den EU-Ländern auch Efta-Staaten sowie EU-Beitrittskandidaten einbezieht, bringt aber Erstaunliches zum Vorschein.

Schweiz über 70 Prozent teurer

So waren in der EU im Jahr 2025 die höchsten Preise für Konsumgüter in Dänemark zu beobachten gewesen, wie Eurostat in einer Auswertung unlängst mitteilte.

Das nordische Land war rund 40 Prozent teurer als der EU-Durchschnitt. In Bulgarien waren Konsumgüter dagegen schon zu 37 Prozent zu haben als der Durchschnittswert der EU-Mitgliedstaaten.

Eurostat Preisvergleiche
Quelle: Eurostat

Die Schweiz kam bei Konsumgütern dagegen auf ein Preisniveau, das rund 71,3 Prozent über dem EU-Durchschnitt lag.

Nur Island war hierbei mit 73,5 Prozent an Aufschlag noch teurer.

Rumänien am güstigsten

Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke waren 2025 in der EU in Luxemburg am teuersten. Sie lagen zirka 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

In Rumänien gab es die Nahrung schon für 80 Prozent des Durchschnittswertes der EU.

Die Schweiz toppte Island aber bei den Lebensmittelpreisen. Hierzulande lag das Preisniveau über 55,9 Prozent höher als im EU-Durchschnitt. Island kam «nur» auf einen Wert von 55,8 Prozent.

Preisvergleiche von Eurostat
Quelle: Eurostat

Vergleicht man die Preise alkoholischer Getränke und Tabak, so ist die Schweiz ein regelrechtes Paradies.

Die Preise lagen zwar rund 39 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Island kam da aber auf 130,6 Prozent mehr als der Durchschnittswert und landete auf dem «Spitzenplatz» der Rekordpreise.

Im Beitrittskandidaten Nordmazedonien ist Saufen und Rauchen dagegen mit 41,5 Prozent unter EU-Schnitt am billigsten.

Billig bei Computern

Für Energie mussten die Deutschen im vergangenen Jahr am tiefsten in die Taschen greifen.

Der Wert lag 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Ungarn lag bei Energie fast 60 Prozent unter dem EU-Schnitt.

Die Schweiz kam bei den Tarifen immerhin auf rund 20 Prozent über dem Durchschnittswert.

Preisvergleiche von Eurostat
Quelle: Eurostat

Bei Computerzubehör kann die Schweiz allerdings glänzen. Das Preisniveau lag hierzulande knapp unter dem EU-Schnitt.

Bekanntermassen lohnt es sich, in der Schweiz, iPhones, McBook Airs & Co. vom Apple-Konzern zu kaufen.

Am teuersten waren Island und Frankreich mit Werten von 37 Prozent beziehungsweise 17 Prozent über dem Durchschnitt der betrachteten Länder.

Staat nimmt Schweizer aus

Doch noch eine Kategorie gibt ein eindrückliches Bild zu den Preisen.

Es sind die Kosten für Kommunikation, welche europaweit in der Schweiz am höchsten sind. Sie lagen fast 70 Prozent über dem Durchschnitt.

In Rumänien waren sie über 40 Prozent günstiger als der EU-Schnitt.

Preisangleichungen in Europa
Preise gleichen sich nur sehr langsam in Europa an. (Quelle: Eurostat)

Die Ursachen für diese Situation lassen sich einfach finden.

In der Schweiz beherrscht die Staatsfirma Swisscom den Kommunikationsmarkt und das ist quasi ein Monopolist, der auch Monopolpreise verlangt.

Der eigene Staat nimmt die Schweizer da förmlich aus. Konkurrenten um Salt und Sunrise kommen kaum auf einen grünen Zweig.

Kleiner Trost für Schweizer

Es fehlt zum Angleichen des Preisniveaus aber quasi überall an Wettbewerb.

Eine Auswertung von Eurostat über die Zeit verdeutlicht allerdings, dass sich die Preise innerhalb der einzelnen Ländergruppen stückweise annähern.

Preisvergleich 2025 von Eurostat
Lebenshaltungskosten sind in Island höher als in der Schweiz. (Quelle: Eurostat)

Vergleicht man das ganze Preisniveau, so landete die teure Schweiz «nur» auf Rang 2 bei den Preisen.

Es ist ein kleiner Trost, dass die Isländer bei den Lebenshaltungskosten noch tiefer in die Taschen greifen müssen.

Überall Importhürden

Die Schweiz lag bei 71 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Island kam dabei auf 74 Prozent.

Fehlendem Wettbewerb, hohen Transportkosten zu einem entlegenen Inselstaat und exorbitanten Alkohol- sowie Tabakpreisen aufgrund von Importbeschränkungen sei Dank.

27.09.2026/kut.

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