Schweiz verteidigt ihr Glücksspielmonopol akribisch

Spielkarten und Jetons
Der Schweizer Staat geht massiv gegen Online-Casinos vor. (Symbolbild: Tumisu / pixabay)

Die Spielbankenaufsicht ESBK liefert dem Schweizer Staat jährlich Hunderte Millionen. Im Internet agiert die Behörde daher immer rabiater.

Die Bank gewinnt beim Glücksspiel immer, heisst es so schön.

Gemeint ist, dass der Organisator eines Glücksspiels statistisch immer im Vorteil ist und langfristig die Spieler verlieren.

Keine 10 Online-Spielbetriebe

Für Casinos bedeutet dies in der Schweiz allerdings nicht, dass sie sich dumm und dämlich verdienen.

Im Glücksspiel langt der Schweizer Staat kräftig hin, sodass doch einige Spielbanken regelmässig rote Zahlen schreiben oder sogar schliessen müssen.

Ende 2025 boten insgesamt 20 Spielbanken einen landbasierten Spielbetrieb an, davon neun zusätzlich einen Online-Spielbetrieb, teilte die Eidgenössische Spielbankenkommission ESBK am heutigen Freitag mit.

Strukturelle Änderungen

Während die Gesamtanzahl der Angebote gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil geblieben sei, hätten Veränderungen im ersten Jahr der neuen Konzessionsperiode zu spürbaren strukturellen Anpassungen in der Schweizer Casinolandschaft geführt, hiess es weiter.

Gemeint ist, dass Anbieter einfach die Tore schlossen.

Das Casino St. Moritz stellte seinen Spielbetrieb Ende April 2025 aus finanziellen Gründen endgültig ein.

Mitte Oktober 2025 schloss das Casino Schaffhausen nach 23 Jahren seinen Spielbetrieb. Personal und Infrastruktur wurden vom Casino Winterthur übernommen.

Boom im Online-Business

Der Bruttospielertrag der Schweizer Spielbanken sank 2025 um 2,1 Prozent auf noch 878 Millionen Franken.

Während der Online-Bereich um 1,2 Prozent weiterwuchs, setzte sich der rückläufige Trend im landbasierten Spielangebot mit -3,9 Prozent weiter fort.

In Basel lief das Casino beispielsweise super und steigerte den «Umsatz» um 4,2 Prozent auf fast 60 Millionen Franken.

Online-Glück verlässt Basel

Aus den Einnahmen der Casinos ergab sich eine Spielbankenabgabe von fast 400 Millionen Franken, was einem Rückgang um 1,1 Prozent entsprach.

Obwohl das Geldspiel so ausgerichtet ist, dass die Bank langfristig immer gewinnt, erwirtschafteten die Casinos in Bad Ragaz, Crans-Montana, Davos und St. Moritz nur Verluste, wie aus den Jahresrechnungen hervorgeht.

Die grössten Online-Spielhallen waren Baden und Pfäffikon. Die Casinos Basel und Montreux stellten ihre Online-Spielangebote 2025 aus finanziellen Gründen ein.

30 Prozent mehr Domain-Sperrungen

Der Schweizer Staat, der das meiste Geld an die AHV weiterreicht, sichert dabei sein Monopol.

Ohne Lizenzen dürfen in der Schweiz keine Geldspiele angeboten werden.

2025 führte die ESBK immerhin 28 Hausdurchsuchungen durch und liess 580 neue Domains nicht bewilligter Online-Spielangebote sperren.

Letzteres seien knapp 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, hiess es von der Behörde, was zeigt, wie rabiat der Schweizer Staat diese Einnahmen sichert.

Weiteres Amt für Wetten zuständig

In all den Zahlen sind aber noch nicht einmal die Werte der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa enthalten, die für Wetten zuständig ist, die zu Casinos noch obendrauf kommen.

Die Gespa sanktioniert Anbieter, wie Polymarket sowie Kalshi. Denn Swisslos und die Loterie Romande verfügen im Bereich der Online-Sportwetten über ein Monopol.

Wenn ausländische Anbieter in der Schweiz nämlich Wetten anbieten, sei dies in jedem Fall illegal und der Zugang zu den entsprechenden Webseiten würde gesperrt, mahnte auch diese Aufsichtsbehörde klipp und klar.

Millionen für das Geldeintreiben

Die ESBK, also jenes Amt, das für Ordnung bei Glücksspielen sorgt, kostete im vergangenen Jahr 10,7 Millionen Franken, wobei 8,3 Millionen Franken auf die Personalausgaben sowie 2,4 Millionen Franken auf die Sach- und Betriebsausgaben zurückzuführen waren.

Die Behörde nahm mit Gebühren, etwa für die Lizenzvergabe, rund 9,5 Millionen Franken ein.

Eine genaue Jahresrechnung weist die ESBK nicht aus – alles will der Schweizer Staat zu seinem Monopol offenbar nicht verraten.

Klar ist nur: Die Bank gewinnt immer.

19.06.2026/kut.

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