Monsterbank UBS wird zur Ertragsperle

Logo der UBS am einstigen Hauptsitz der Credit Suisse am Zürcher Paradeplatz
Die UBS schliesst die Integration der Credit Suisse weitgehend ab. (Bild: muula.ch)

Die Grossbank UBS floriert nach der Einverleibung der Credit Suisse kräftig. Nun kann sich das Geldhaus alten Problemen zuwenden.

Die Amerikaner haben die Schweizer Konkurrenz mit der Notfusion von UBS und Credit Suisse (CS) gut drei Jahre lang beschäftigt.

Nun, nach erfolgter Integration, zeigen sich positive Resultate.

Konzerngewinn explodiert

Die Erträge legten im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent auf rund 28 Milliarden Dollar zu, wie die Grossbank UBS am heutigen Mittwoch bekanntgab.

Noch viel eindrücklicher stieg die Profitabilität, weil die Kosten bei etwas über 20 Milliarden Dollar praktisch konstant blieben.

Der Konzerngewinn explodierte damit binnen Jahresfrist um 43 Prozent auf rund 5,9 Milliarden Dollar. Die Rendite auf das Eigenkapital erhöhte sich im ersten Semester 2026 um 3,4 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent.

Gesundung des Kostenverhältnisses

Klar half dabei auch der schwache Dollar mit, denn viel Geschäft des nach der Fusion gerne als Monsterbank bezeichneten Geldhauses fällt in Schweizerfranken und Euro an, die deutlich im Wert zugelegt haben. 

Doch ein Grossteil der Erfolge ist der Integrationsarbeit zu verdanken. Die Kosten sind im Verhältnis zu den Erträgen nach einem ungesunden Verhältnis nunmehr um 8,7 Prozentpunkte auf einen guten Wert von 72,7 Prozent gesunken.

Nach der Notfusion lag das Kosten-Ertrags-Verhältnis wohlgemerkt teils über 100 Prozent, wie muula.ch berichtete.

Wettbewerb leidet

UBS-CEO Sergio Ermotti gab sich alle Mühe zu betonen, dass sich die UBS mit viel Integrationsarbeit bei der CS nun den Pokal verdient habe.

Vergessen geht dabei allerdings, dass die UBS den einstigen CS-Kunden als neuer Platzhirsch teils schamlos die Bedingungen diktiert.

Firmen- und Privatkunden belasten

Aufschluss über die Entwicklungen liefert dabei die Segmentberichterstattung.

In der Globalen Vermögensverwaltung legten die Erträge im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar zu. Der operative Gewinn erhöhte sich um 56 Prozent auf fast 2 Milliarden Dollar.

Im Firmen- und Privatkundengeschäft stiegen die Einnahmen von April bis Juni dagegen mit 2,4 Milliarden Dollar kaum. Der Betriebsgewinn sank in dieser Sparte sogar um fast 20 Prozent auf 857 Millionen Dollar.

Die Investmentbank steigerte dagegen ihre Erträge um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn verdoppelte sich auf 1,2 Milliarden Dollar.

Betriebsgewinn explodiert

Für das erste Halbjahr legten die Erträge in der Sparte globale Vermögensverwaltung um 12 Prozent auf 14,2 Milliarden Dollar zu. Der operative Semestergewinn erhöhte sich in der Sparte um 43 Prozent auf 3,7 Milliarden Franken.

Im Firmen- und Privatkundengeschäft gingen die Erträge um 10 Prozent auf 5 Milliarden Dollar nach oben. Der Betriebsgewinn rauschte um 46 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar quasi durch die Decke.

UBS-Segmentberichterstattung
In der Flut von Kennzahlen zählt bei UBS die Spartenrechnung. (Screenshot: muula.ch)

Die Investmentbank legte um 26 Prozent auf rund 8 Milliarden Dollar bei den Einnahmen zu. Der Betriebsgewinn explodierte um 84 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar.

An der Börse kam all dies gut an. Die UBS-Titel legten gleich zu Handelsbeginn um rund 3 Prozent zu.

Asset Management mit Mini-Gewinn

Nach der Integration der CS kann sich die UBS damit wieder «alten» Problemen zuwenden.

Das erste ist das Asset Management, welches selbst mit der Fusion von CS-Aktivitäten viel zu klein ist, um nachhaltig Grösseneffekte zu erzielen. Im ersten Halbjahr 2026 legten die Erträge bei 1,5 Milliarden Dollar auch gar nicht zu.

Der Spartengewinn stieg zwar um 50 Prozent. Er blieb aber bei mickrigen 430 Millionen Dollar auf niedrigem Niveau.

Vorbereitung auf Finanzkrise

Die zweite grosse Frage ist das Investmentbanking.

Was betreibt die UBS dabei genau und braucht es dies wirklich, um die Ultrareichen sowie Geschäftskunden glücklich zu machen?

Normalerweise reisst das riskante Investmentbanking bei Finanzmarktkrisen systemrelevante Banken in den Keller.

Ewiger Stellenabbau geht nicht

Das dritte Problem ist das Niveau, wie viel Personal das Banking der Zukunft überhaupt noch braucht.

Die Zahl der Vollzeitstellen sank im ersten Semester gegenüber dem Vorjahreswert um rund 6000 beziehungsweise 6 Prozent auf noch knapp über 99.000, wie die UBS im Quartalsbericht angab.

Ewig kann die Grossbank die Unruhe mit dem Stellenabbau nicht weiterbetreiben, sondern muss irgendwann auch hierbei zur Normalität übergehen.

Dafür braucht es Antworten zur Digitalisierung und Blockchain-Zukunft im Banking.

Neuer Aktienrückkauf

Last, but not least, ist die Eigenkapitalfrage zu klären.

Die letzte Schweizer Grossbank hat mit 89 Milliarden Dollar vergleichsweise wenig Eigenmittel und die erhöhten sich innerhalb eines Jahres auch kaum, weil Dividenden und Aktienrückkäufe davon weggehen.

Die UBS lancierte am Mittwoch ein neues Aktienrückkaufprogramm von 3 Milliarden Dollar bis Mitte 2027.

Lösung für US-Markt nötig

Beim Kapital spielen die immateriellen Werte von Goodwill (7 Milliarden Dollar) und aktivierte US-Steuergutschriften in den USA von über 11 Milliarden Dollar die Hauptrollen.

Bei Letzterem bleibt die grosse Frage, wie sich die UBS in den USA aufstellen will, wo die CS kolossal gescheitert ist und die Amerikaner den Stecker gezogen haben.

29.07.2026/kut./Börsenreaktion ergänzt

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