
Der Baustoffkonzern Holcim tätigt erneut eine Mega-Übernahme. Nach der Abspaltung des US-Geschäfts steht europäische Grösse im Vordergrund.
Der Hersteller von Baustoffen, Holcim, lässt keine Zweifel daran, dass ihm Wachstum wichtig ist.
Nach der Aufspaltung ziemlich genau in der Mitte mit der Trennung des Nordamerika-Geschäfts Amrize kauft das Unternehmen erneut zu.
Kaufpreis bei doppeltem Umsatz
Holcim übernehme die deutsche Fermacell, teilte der Schweizer Zementkonzern in der Nacht auf den heutigen Freitag mit.
Eine entsprechende Vereinbarung sei mit James Hardie Industries unterzeichnet worden, hiess es weiter.
Der Kaufpreis beträgt stattliche 840 Millionen Euro, wie Holcim zudem erklärte.
Der erwartete Umsatz von Fermacell, einem Hersteller von nachhaltigen Wand- und Bodenbelagslösungen mit rund 1000 Mitarbeitern an 13 europäischen Standorten, liegt aber gerade einmal bei 430 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr.
Vollzug für 2027 geplant
Auch bezogen auf den operativen Gewinn erscheint die Übernahme teuer. So zahlt Holcim für Fermacell rund 9,5-mal den Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda, was einen hohen Wert darstellt.
Der Abschluss der Transaktion sei für das 1. Halbjahr 2027 geplant, erklärte Holcim.
Der Deal stünde unter dem Vorbehalt der üblichen Behördengenehmigungen.
Weniger Synergien
Holcim hatte erst vor wenigen Monaten den Zukauf von Xella mit Hauptsitz im deutschen Duisburg für 1,85 Milliarden Euro bekanntgegeben.
Der Umsatz lag damals bei rund 1 Milliarde Euro. Die neue Transaktion liegt beim Umsatzmultiple also nochmals darüber.
Und bei Xella waren Synergien von 60 Millionen Euro ab dem dritten Jahr geplant. Bei Fermacell sind es laut Holcim nur 22 Millionen Euro.
Auch diesbezüglich liefert der neue Deal in Deutschland deutlich weniger. Doch nach der Abspaltung von Amrize braucht es wohl wieder Grösse.
21.08.2026/ena.



