Gigantische Gewinne für die Schweizer Assekuranz

Ein Auto zwischen zwei Betonteilen
Versicherer kompensieren Missgeschicke und Unglücke. (Symbolbild: G. Harrison / unsplash)

In der Versicherungsbranche sprudeln dank geringer Schäden und hoher Kapitalerträge die Überschüsse kräftig. Doch es gibt auch Sorgenfalten.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat die aktuellen Entwicklungen zur Schweizer Assekuranz zusammengetragen.

Dabei kommen auf Basis statutarischer Werte, also ohne Blick auf die Konzerngesellschaften, für die Schweizer Einheiten so allerlei Geheimnisse der Versicherungsbranche ans Tageslicht.

Verdopplung der Eigenkapitalrendite

Die gebuchten Bruttobeiträge des Gesamtmarktes sanken 2025 zwar um 0,6 Prozent auf knapp über 149 Milliarden Franken.

Doch aufgrund geringerer Schäden und sprudelnder Kapitalerträge erhöhten sich die Jahresgewinne um fast 140 Prozent auf 24,4 Milliarden Franken.

Finma-Analyse zum Gesamtmarkt Versicherungen
Die Profitabilität der Versicherer steigt. (Screenshot: muula.ch)

Die Eigenkapitalrendite verdoppelte sich auf fast 27 Prozent.

Die Entwicklungen schlössen an die erfolgreichen Vorjahre an, hiess es im Finma-Branchenbericht.

Steigende Kapitalrendite

Die Kapitalerträge um Lebens-, Sach-, Rück- und Krankenversicherer erhöhten sich immerhin um fast 50 Prozent auf 24,8 Milliarden Franken, wie die Finma weiter bekanntgab.

Dabei erhöhte sich die Kapitalrendite immerhin um 1,63 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent.

Gesamtgewinne der Schweizer Assekuranz
Die Branchengewinne legen deutlich zu. (Screenshot: muula.ch)
Eigenkapital der Lebensversicherer
Die Eigenmittel im Lebengeschäft sinken. (Screenshot: muula.ch)

In der Lebensversicherung erhöhten sich die Prämien zwar um 3,7 Prozent auf 24,5 Milliarden Franken.

Doch die Gewinne auf Kapitalanlagen sanken um 8,5 auf 5,5 Milliarden Franken, was in der Lebensversicherung jedoch die Kundschaft zum Grossteil trifft.

Unter dem Strich erhöhten sich die Jahresgewinne der Branche immerhin um 10,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken.

Implosion der Eigenmittel

Swiss Life ist der absolute Platzhirsch am Markt. Alle anderen Lebensversicherer profitierten von der Fusion von Helvetia mit der Baloise, denn die verloren laut der Finma spürbar Marktanteile.

Doch der ohnehin schon konzentrierte Markt, wird noch konzentrierter.

Lebensversicherer

Auffällig ist noch die Entwicklung der Eigenkapitalien, denn die sank seit 2019 um über 30 Prozent.

Dafür erhöhte sich mit dem jahrelangen Abwärtstrend bei den Eigenmitteln die Eigenkapitalrendite – zuletzt um 2,2 Prozentpunkte auf stattliche 17,5 Prozent.

Kapitalerträge für Gesellschaften

In der Sachversicherung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 2,8 Prozent auf 68,2 Milliarden Franken.

Die Gewinne auf Kapitalerträge florierten und erhöhten sich um 60 Prozent auf 12 Milliarden Franken. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn der Nicht-Lebensversicherer um 81 Prozent auf 12,9 Milliarden Franken.

Die Versicherer müssen im Sachversicherungsbereich die Kapitalerträge kaum mit den Kunden teilen, weshalb die Gewinne besonders kräftig sprudelten.

Viele Schäden bei Fahrzeugen

Die Eigenkapitalrendite legte um rund 11 Prozentpunkte auf exorbitante 28,1 Prozent zu.

Am profitabelsten waren die Versicherungszweige Kredit und Kaution sowie Transport. Die Schadenquoten lagen mit 27 beziehungsweise 40 Prozent unter ferner liefen.

Im Gegensatz dazu weist Motorfahrzeug-Kasko fast 80 Prozent an Schadenquote auf.

Konstante Marktanteile

Platzhirsch im Sachversicherungsgeschäft ist die Axa mit einem Marktanteil von rund 18,4 Prozent.

Danach kommt die genossenschaftliche Berner Mobiliar, die 17,1 Prozent vom Markt auf sich vereint.

Sachversicherer der Schweiz

Auf Rang 3 landete Zurich Insurance mit 15,5 Prozent.

Die Anteile blieben 2025 ziemlich konstant und Helvetia verlor zusammen mit Baloise kaum Geschäfte.

Kaum Katastrophen verzeichnet

Die Schweizer Rückversicherer büssten deutlich an Geschäft ein und die gebuchten Bruttobeiträge sanken um 6,1 Prozent auf 53,4 Milliarden Franken.

Doch es gab auch hier kaum nennenswerte Schäden und die Kapitalerträge sprudelten kräftig. Bei Katastrophen sanken die Schadenquoten um 27 Prozentpunkte auf noch 13 Prozent.

Die Kapitalerträge erhöhten sich um 122 Prozent auf 7,3 Milliarden Franken.

Besserung bei Swiss Re

Damit stiegen die Gewinne um fast 500 Prozent auf rund 10 Milliarden Franken.

Die Eigenkapitalrendite legte um unglaubliche 22 Prozentpunkte auf 28,1 Prozent zu.

Besonders die Swiss Re habe mit einem Gewinn von 7,6 Milliarden Franken auf statutarischer Basis zu den Besserungen beigetragen, denn 2024 wies die Schweizer Rück noch einen Verlust von rund 600 Millionen Franken aus.

In der Rückversicherung liegen Freud und Leid eben nah beieinander, wie aus den Finma-Angaben deutlich wird.

Finma-Darstellung der Rückversicherung im Elementarschadenpool
Für Elementarschäden scheint Rückversicherung obsolet. (Screenshot: muula.ch)

Der Schweizer Regulator gab allerdings noch ein Geheimnis preis.

Der Elementarschadenpool hat zwar eine Rückversicherung. Doch die wurde praktisch nie bis auf das Jahr 2005 gebraucht.

Dieser Umstand könnte zu der Überlegung führen, dass die Schweizer bei den Elementarschäden gut und gerne auf Rückversicherungsschutz verzichten könnten.

Zuständig dafür wäre die Finma für diese Prüfung, weil die Privatassekuranz den Elementarschadenpool verwaltet.

Doch die Schweizer Finanzmarktaufsicht schläft bekanntermassen regelmässig, wie die Welt spätestens seit dem Untergang der Grossbank Credit Suisse weiss.

21.08.2026/kut.

Gigantische Gewinne für die Schweizer Assekuranz

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