
Die Produzenten- und Importpreise gehen wieder zurück. Die Schweiz muss nur ein Problem lösen und schon würde Ruhe bei Teuerungsschüben einkehren.
Das Preisniveau, welches die Unternehmen spüren, geht wieder markant zurück.
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise sank im Mai 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik BFS am Montag bekanntgab.
Teure Mineralölprodukte
Im Vergleich zum Mai 2025 sei das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten sogar um 1,8 Prozent gesunken, hiess es weiter.
Obwohl Mineralölprodukte durch den US-israelischen Angriffskrieg auf Iran noch deutlich teurer sind, sanken beispielsweise die Preise von Verbrauchsgütern markant.

Sinkende Preise gegenüber dem Vormonat wurden laut dem BFS im Produzentenpreisindex vor allem für pharmazeutische Produkte und Elektrizität für Grossverbraucher verzeichnet.
Höhere Preise zeigten dagegen chemische Produkte, Kunststoffprodukte sowie Metalle und Metallhalbzeug.
Rohkaffee über 16 Prozent billiger
Tiefere Preise gegenüber dem April 2026 wurden im Importpreisindex insbesondere für Erdöl und Erdgas, pharmazeutische Spezialitäten und Mineralölprodukte registriert.
Billiger wurden auch organische Produkte der chemischen Industrie, sonstige chemische Produkte und Rohkaffee. Letzterer gab beispielsweise um über 16 Prozent nach und hilft Konzernen, wie dem Nahrungsmittelriesen Nestlé mit Nespresso.
Steigende Preise zeigten demgegenüber Kunststoffe und Kunststoffprodukte, Metalle, Computer sowie Kabel und elektrisches Installationsmaterial.
Zubau von Kernkraft logisch
Binnen Jahresfrist sind die Importpreise für Mineralölprodukte noch um 69 Prozent erhöht.
Energiepreise sind bei der Einfuhr rund 55 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Die Schweiz hat damit einmal mehr gemerkt, wie abhängig sie von günstiger Energie aus dem Ausland ist. Die inländischen Preise für Elektrizität gingen innerhalb eines Jahres um 7 Prozent zurück.
Daher gibt es auch Bestrebungen, das strikte Bauverbot von Kernkraftwerken nochmals zu überdenken, was angesichts dieser Zahlen logisch ist.
Vorlaufindikator für Konsumenten
Klar wollen Atomkraftgegner keinen Ausbau der Nuklearenergie.
Doch die Teuerung trifft nun mal die unteren Einkommensklassen am stärksten, weshalb Schweizer Kernkraftgegner in einen Zwiespalt geraten: Entweder Atomstrom oder Inflation.
Die Erzeugerpreise sind der Vorlauf für die Teuerung der Konsumenten. Spüren Unternehmen weniger Preisschübe, können sie dies an die Verbraucher weitergeben.
Wäre die Schweiz bei Energie unabhängig, wären die Konsumenten auch besser vor Teuerung geschützt.
15.06.2026/kut.





