
Der staatliche Energieproduzent Axpo muss erneut einen Gewinnrückgang eingestehen. Doch Schuld tragen, wie immer, die anderen.
Der Stromkonzern Axpo hat im ersten Geschäftshalbjahr 2025/26 bei fast gleichen Erlösen einen Gewinneinbruch um zirka 10 Prozent auf 519 Millionen Franken verzeichnet.
Kernkraftwerk fällt aus
Axpo habe in der Berichtsperiode trotz des unplanmässigen Stillstands des Kernkraftwerks Gösgen wieder rund 40 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms geliefert, hiess es in einem Communiqué am heutigen Donnerstag recht positiv.
Die Gesamtleistung blieb dabei mit fast 4 Milliarden Franken auch nur konstant.
Doch über eine längere Periode gesehen, ist der staatliche Energiekonzern deutlich im Rückwärtsgang.
Die Gewinnrückgänge häufen sich.

Der allgemeine Abwärtstrend bei den Energiepreisen der vergangenen Jahre sei 2025 von einer volatileren Entwicklung abgelöst worden, die von wetterbedingten und geopolitischen Faktoren geprägt sei, erklärte der Staatsbetrieb zu den Entwicklungen.
Unsicherheit steigt
Der Angriff von den USA auf Iran von Anfang März 2026 und seine Folgen führten zu Verwerfungen an den Energiemärkten, deren Auswirkungen noch offen seien.
Das Umfeld werde von Volatilität, Unsicherheit und Komplexität geprägt, erklärte das von CEO Christoph Brand geführte Unternehmen weiter.
Am Weltmarkt verzockt
Doch ein grosser Gewinnanstieg resultierte wieder beim Energie-Trading des grössten Stromanbieters der Schweiz.
Wohlgemerkt war dieser Bereich die Hauptursache dafür, dass Axpo unlängst um Staatshilfe betteln musste. Damals waren es die Verwerfungen an den Energiemärkten durch den Angriff Russlands auf die Ukraine gewesen.
Axpo hatte die Geschäfte mit völlig falschen Kennzahlen und Anreizen geführt und die Steuerzahler mussten einspringen, wie muula.ch berichtete.
Diesmal ist es der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran, welcher die Geschäfte prägt, denn der Stromkonzern ist nicht nur hierzulande aktiv.
Schwieriger Heimmarkt
Axpo ist in über 30 Ländern tätig und vermarktet ein Portfolio von 85 Terawattstunden an erneuerbaren Energien. Das Unternehmen handelt also wie verrückt auf den Weltmärkten, und dies kann eben auch schiefgehen.

Das Ertragspotenzial aus der Schweizer Stromproduktion werde mit dem Heimfall der Wasserkraftwerke sowie dem schrittweisen Wegfall der Kernkraft langfristig deutlich kleiner.
Vor diesem Hintergrund richte Axpo den Fokus auf weiteres Wachstum im internationalen Kunden- und Handelsgeschäft, um neue Ertragspotenziale zu erschliessen, lautet deshalb die Vorgehensweise.
Der Heimmarkt ist also schwierig, und da hängen die Früchte im Ausland tiefer.
Weitere Schwächephase voraus
Im zweiten Geschäftshalbjahr, also von April bis September 2026, sei aber aufgrund der Saisonalität des Geschäfts mit einem niedrigeren Ergebnis zu rechnen als im ersten Halbjahr, erklärte die Axpo zum Ausblick.
Und mit Sicherheit wird sich auch wieder ein externer Faktor finden, warum der Energiekonzern erneut Federn lassen wird.
28.05.2026/kut.





