
Schwere Gütertransporte nahmen in den vergangenen Jahren rund 23 Prozent zu. Damit vergrösserte sich aber auch ein unlösbares Problem.
Lastwagen und schwere Sattelschlepper sind vielerorts ein Ärgernis.
Doch während sich das Inland und das Ausland gegenseitig den «Schwarzen Peter» zuschieben, zeigen die neuesten Daten des Bundesamtes für Statistik BFS, dass der Anteil der inländischen Transportleistungen bei 70 Prozent liegt.
Generell mehr Strassenverkehr
Rund 30 Prozent der Transportleistungen im Schwerverkehr seien von ausländischen Fahrzeugen erbracht worden, hiess es für 2024 weiter.
Der Transitverkehr betrug davon nur rund 9 Prozent. Im Jahr 2000 habe der Wert für Auslandstransporte aber erst bei 25 Prozent gelegen.
Insofern gibt es also durchaus mehr Schwerverkehrstransporte aus dem Ausland.

Doch in den vergangenen rund 25 Jahren nahm die Transportleistung in der Schweiz um 23 Prozent zu.
Die Anzahl der gefahrenen Kilometer ging im gleichen Zeitraum aber um rund 3 Prozent nach unten.
Grössere Fahrzeuge
Dieser scheinbare Widerspruch erkläre sich durch den Anstieg der mittleren Ladegewichte von 5,6 auf 7,1 Tonnen, machten die Statistiker klar.
Die schrittweise Erhöhung der Gewichtslimite von 28 auf 40 Tonnen sowie die leistungsabhängig Schwerverkehrsabgabe sollen diese Entwicklung verursacht haben.
Es gibt also deutlich grössere Fahrzeuge in der Schweiz, was die Transportleistungen nach oben treibt.
Fester Anteil bei mehr Volumen
Doch trotz dieses Aufschwungs bei Schwertransporten ist ein Problem fast konstant geblieben.
Die Rede ist vom Anteil Leerfahrten. Dieser betrage 27 Prozent bei inländischen Fahrzeugen und sei seit Jahren stabil, erklärten die Statistiker.

Transportunternehmen versuchten zwar, die Fahrten ohne Ladung aus Gründen der Rentabilität zu vermeiden, trotzdem lassen sich Leerfahrten eben auch nicht vermeiden.
Der Abtransport von Aushub in Kipperfahrzeugen erfolgt quasi zwangsläufig auf dem Rückweg leer.
Denkt man an Schweizer Mülltransporte, wird klar, dass nur ein Weg genutzt wird.

Je nach Transportart schwankten Leerfahrten zwischen 15 Prozent bei Kühlfahrzeugen und 40 Prozent bei Kippern, Viehtransportern und Silo-Lastwagen.
Bau und Ernährung
Das Problem wird noch verständlicher, wenn man auf die Art der beförderten Waren schaut.
Die inländischen schweren Gütertransporte sind für die Baubranche und die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln wichtig.
2024 seien rund 2 der geleisteten rund 10 Milliarden Tonnenkilometer im Inland für Steine und Erden erfolgt, hiess es weiter vom BFS. An zweiter Stelle lagen die Nahrungsmitteltransporte mit 1,8 Milliarden Tonnenkilometern.

Landwirtschaftserzeugnisse und Baustoffe belegten sodann die Plätze 3 und 4 mit 1,3 beziehungsweise 1 Milliarde Fahrkilometern.
Die Schweiz transportiert also Joghurts, Eier und Gemüse quer durch das Land.
Hinzu kommt die Bautätigkeit, und da braucht es eben auch Material und den Abtransport von Gestein sowie Erde.
Wer all dies regional organisiert, reduziert auch das Problem der Leerfahrtenkilometer.
31.05.2026/kut.





