
Die USA haben 60 Länder mit neuen Strafzöllen überzogen. Doch damit will US-Präsident Trump keine Einnahmen, sondern Verkäufe ankurbeln.
Die USA haben die Rechtsgrundlagen für die vom höchsten Gericht verbotenen Importzölle geändert.
Schweiz reagiert verschnupft
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump führte zur Verhinderung von unfairen Handelspraktiken und Zwangsarbeit einen Strafzoll von 12,5 Prozent für 60 Länder ein, wie die Vereinigten Staaten von Amerika in der Nacht auf den heutigen Freitag bekanntgaben.
Für die Schweiz sei dieser Entscheid weder nachvollziehbar noch gerechtfertigt, wie sowohl die Landesregierung als auch die Wirtschaftsverbände umgehend mitteilten.
Brüssel kommt besser weg
Den Vorwurf, die Schweiz unternehme zu wenig gegen den Import von Waren aus Zwangsarbeit, wiesen alle zurück.
Zudem schmerze die Differenz des Zollsatzes zur Europäischen Union, die nur 10 Prozent draufzahlen müsse, hiess es etwa von Economiesuisse und Swissmem.
Noch höhere Tarife möglich
Die höheren US-Einfuhrzölle gelten bereits ab Mitternacht und nur Waren, die bereits vorher auf Schiffe mit dem Ziel USA geladen wurden, würden noch nach den alten Regeln verzollt, teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer weiter mit.
Die Amerikaner untersuchen zudem die Schweizer Wirtschaftsaktivitäten in ihrem Land, um allfällige unfaire Handelspraktiken sowie Belege für Zwangsarbeit zu finden.
Es besteht dabei durchaus die Gefahr, dass für die Schweiz ein noch höherer Zollsatz resultiert.
Handelswirkung völlig verfehlt
Da allerdings viele Bürger, Unternehmen und selbst Behörden bei den geltenden US-Einfuhrbestimmungen kaum noch durchsehen, darf die Frage geäussert werden, was tatsächlich hinter den neuen Tarifen steckt.
Bereits mit den ursprünglichen US-Strafzöllen, welche auf Notrecht basierten und das oberste Gericht von den USA im Februar 2026 für unrechtmässig erklärt hatte, zeigten beispielsweise bei der Schweiz kaum Wirkung.
Der Handelsbilanzüberschuss wächst und wächst wieder.
«Herunterhandeln» als Verkaufsstrategie
Was will US-Präsident Trump also damit erreichen?
Nun, die USA haben ein grosses Problem und das heisst, Refinanzierung der Staatsanleihen.

Weil die Aussichten auf höhere Zinsen sowie ein weiterer Zerfall des Dollars den Appetit auf US-Treasury-Bonds verderben, braucht es andere Mittel und Wege, um Ausländer zum Zeichnen von amerikanischen Schuldscheinen zu bewegen.
Und das «Herunterhandeln» der US-Strafzölle ist ein solches Mittel, wie muula.ch über Trumps genialen Plan bereits mehrfach schrieb.
Schweiz verschmäht US-Bonds
Länder, wie Japan, Grossbritannien, Saudiarabien und Israel, stockten zuletzt ihre Bestände an US-Treasury-Bonds markant auf, wie Daten des US-Finanzministeriums zeigen.
Diese Staaten sind Trump also hörig.
China, Indien, Brasilien – und eben auch die Schweiz – reduzierten dagegen ihre Engagements.
Daher ist kaum damit zu rechnen, dass die Amerikaner bei der Schweiz mit absurdesten Vorwürfen lockerlassen werden.
Es sei denn, Bern kommt Washington bei einem «Deal» irgendwie entgegen.
24.07.2026/kut.



