
Der Aussenhandel der Schweiz floriert, wie lange nicht mehr und der Überschuss im Handel legt auf einen neuen Rekord zu. Doch die USA müssen aufpassen.
Die ganze Welt redet von Krise und Rezessionsangst.
Davon ist beim Blick auf die Fakten jedoch nichts zu sehen.
Zweistellige Zuwachsraten
Einer der besten Indikatoren sind die Zahlen zum Aussenhandel. Diese entwickelten sich für die Schweiz vorzüglich.
Die Exporte legten im Juli saisonbereinigt um 13,8 Prozent auf 27,8 Milliarden Franken markant zu, teilte das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG am heutigen Donnerstag mit.
Real, also unter Berücksichtigung der Teuerung, habe das Plus noch bei 10,7 Prozent gelegen, hiess es weiter.
Chemie- und Pharmaboom
Der Wert sei das höchste Ergebnis seit März 2025, führte das BAZG zudem aus.
Sieben der zehn grössten Exportsparten wiesen im Juli 2026 einen Anstieg auf.
Hauptpfeiler des Gesamtplus waren einmal mehr die chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse um Roche, Novartis, Sandoz, Lonza & Co., deren Exporte innert Monatsfrist um einen Viertel beziehungsweise um 3,3 Milliarden Franken zulegten.
USA schwächelt
Die Exporte nach Europa erhöhten sich laut der Zollverwaltung innert Monatsfrist um 22,9 Prozent oder 3,1 Milliarden Franken.
Der Versand nach Asien weitete sich um 7,1 Prozent aus, wobei China einen markanten Anstieg verzeichnete.
Nordamerika legte nur leicht zu – allerdings gingen die Exporte in die USA zurück.
Seitwärtsbewegung bei Einfuhren
Die Importe in die Schweiz sanken gegenüber dem Vormonat allerdings um 4,5 Prozent auf 19,6 Milliarden Franken. Real lag das Minus bei 2,8 Prozent.

Die Entwicklung bewege sich seit Oktober 2025 seitwärts, erklärte das BAZG. Nahezu alle Sparten verzeichneten im Juli 2026 eine negative oder stagnierende Importentwicklung.
Am deutlichsten habe der Rückgang bei den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen das Gesamtergebnis belastet, kommentierte die Zollverwaltung.
Neuen Monatsrekord aufgestellt
Doch die Handelsbilanz der Schweiz schloss im Juli mit einem markanten Überschuss von 8,1 Milliarden Franken ab, was doppelt so hoch ist, wie etwa die Monatswerte für Februar, März und Juni.
Das BAZG stufte die 8,1 Milliarden Franken an Überschuss als neuen Rekordwert für einen Monat ein.
Von Krise ist also keine Spur, selbst wenn sich die USA unter Donald Trump bei den Schweizer Exporten mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 4,4 Milliarden Franken negativ entwickelten.
Kompensation der US-Exporte
Die Ausfuhren in die EU legten im Juli um über 25 Prozent auf 15,5 Milliarden Franken zu.
Selbst das schwache Italien nahm der Schweiz mit 2,1 Milliarden Franken rund 25 Prozent mehr Waren als im Juni ab. Und das Exportplus nach China stieg sogar auf über 27 Prozent und lag bei rund 1,6 Milliarden Franken.
Eine Kompensation der Schweizer US-Ausfuhrmengen andernorts ist also keine Utopie mehr und die Amerikaner müssen auf der Hut sein, um nicht an Bedeutung zu verlieren.
20.08.2026/kut.



