Öffentliche Hand zieht Baubranche aus dem Tief

Baustelle mit Kranen
In der Schweiz wird kräftig gebaut. (Symbolbild: pixabay)

Die Bauinvestitionen legten in der Schweiz stark zu, weil der Staat fleissig Aufträge ausführte. Doch langfristig zeigen die Daten ein grosses Problem.

Das Baugewerbe hat ein gutes Jahr hinter sich gebracht.

Die Bauinvestitionen wiesen 2025 im Jahresvergleich eine wertmässige Zunahme von 3,5 Prozent aus, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am Dienstag auf Basis provisorischer Zahlen mit.

Staat als Hauptakteur

Die Investitionen in Hochbauprojekte nahmen dabei gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent zu, jene in den Tiefbau stiegen um 3,2 Prozent.

Die privaten Auftraggeber gaben laut dem BFS binnen Jahresfrist mit +2,5 Prozent mehr für den Hochbau aus. Private scheuten dagegen den Tiefbau, der um -5,7 Prozent sank.

Die öffentlichen Auftraggeber – also Bund, Kantone und Gemeinden – erhöhten dagegen ihre wertmässigen Investitionen in den Hochbau um +8,4 Prozent und in den Tiefbau um +5,2 Prozent.

Zugpferd der Baubranche war also klar der Staat.

Weniger Neu- als Umbauten

Im Jahr 2025 wurde rund 3,4 Prozent mehr in Neubauten investiert als im Vorjahr. Die Investitionen in Umbauten legten sogar um 3,5 Prozent zu.

Die privaten Auftraggeber steigerten dabei ihre Investitionen in Neubauten um 2,3 Prozent und in Umbauten um 1,7 Prozent.

Markanter waren allerdings auch hierbei die Anstiege der Investitionen der öffentlichen Hand. Sie betrugen bei Neubauten +7,3 Prozent und in Umbauten +6,3 Prozent.

Auch hierbei dominierte der Staat.

Traum vom Eigenheim zerplatzt

Neubauten sind langfristig allerdings gerade einmal auf dem Niveau von 2000, wie aus der Grafik des BFS hervorgeht. Haupttreiber des Wachstums sind Umbauten und öffentliche Unterhaltsarbeiten.

Wie schwierig die Lage bei Wohneigentum ist, verraten die Statistiker auch gleich noch mit. Neuerstellte Wohnungen sind in der Schweiz auf dem Level von 1980.

Neubauten in Wohnimmobilien laut BFS

Dagegen sanken neuerstellte Einfamilienhäuser sowie Gebäude mit Wohnnutzungen deutlich ab.

Daraus ergibt sich zwangsläufig eine Wohnungsnot, weil die jährliche Zuwanderung seit Jahrzehnten positiv ist.

Die Massnahmen des Aktionsplanes Wohnungsnot vom Staat nützen da herzlich wenig. Doch darüber berichtet muula.ch ein anderes Mal.

21.07.2026/kut.

Öffentliche Hand zieht Baubranche aus dem Tief

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