
Mit Strafzöllen wollte US-Präsident Trump den Welthandel zu seinen Gunsten verschieben. Doch die Einfuhrzölle hatten andere Gründe, wie die Schweiz zeigt.
Die Exporte der Schweiz sind im 2. Quartal mit 73 Milliarden Franken auf das dritthöchste Ergebnis der Geschichte gestiegen.
Die Importe lagen bei 59 Milliarden Franken und damit laut dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG so hoch, wie seit dem ersten Quartal 2025 nicht mehr.
Neuer Exportschlager der Schweiz
Die Differenz von 14 Milliarden Franken ist der Exportüberschuss des Landes. Dieser vergrösserte sich um rund 30 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026, wie aus den Daten der Zollverwaltung weiter hervorgeht.

Die umsatzstärkste Warengruppe, die chemisch-pharmazeutischen Erzeugnisse, verzeichnete ein Plus bei den Ausfuhren von 15,2 Prozent oder 5,1 Milliarden Franken – dies nach vier schwächelnden Vorquartalen, hiess es am Dienstag vom BAZG weiter.
Auffällig zugelegt hätten aber auch die Exporte von elektrischem Strom, die innert Quartalsfrist um 518 Millionen Franken stiegen, erklärten die Beamten weiter.
Dynamische Güterströme
Die Hälfte des Wachstumsbeitrags bei den Importen stammte mit 1,4 Milliarden Franken allein von den chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen.
Vieles hängt also an der Basler Pharmaindustrie.
Klar, importierte die Schweiz auch Strom, was verdeutlicht, wie dynamisch die Warenströme je nach den Preisen und der Versorgungssituation sein können.
Zweistelliger Zuwachs bei Ausfuhren
Mit der Einführung von Strafzöllen wollte US-Präsident Donald Trump eigentlich den Aussenhandel zugunsten seines Landes verschieben.
Doch wie schlecht ihm das gelungen ist, zeigen die aktuellen Daten der Eidgenössischen Zollverwaltung.
Die Schweizer Exporte in die USA legten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 21,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Franken zu. Die Einfuhren aus den USA erhöhten sich dagegen nur um 4,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken.
Dies ergibt einen gigantischen Handelsbilanzüberschuss zugunsten der Schweiz. Trump hat rund ein Jahr nach der Lancierung der Strafzölle quasi nichts erreicht.
Offizielle Schweiz trickst
Erstaunlicherweise geht die offizielle Schweiz in der Sprachregelung derzeit immer wieder dazu über, dass unter Einbezug des Goldhandels ein Handelsbilanzdefizit eingetreten sei.
Da die Schweiz zum Goldhandel nur spärlich Zahlen publiziert, lässt sich dies nicht nachvollziehen.
Es soll wahrscheinlich nur den US-Präsidenten fröhlich stimmen und die aktuellen Verhandlungen mit den USA über den Fortgang der Handelsbeziehungen erleichtern.
Investoren «anlocken»
Trump wollte mit den Strafzöllen aber ohnehin andere Sachen als eine tektonische Verschiebung des Güterhandels erreichen.
Niemand auf der Welt wollte nämlich zu seinem Amtsantritt noch US-Staatsanleihen kaufen, weil sie für die Investoren mit dem Dollor-Zerfall und der Aussicht auf US-Zinserhöhungen ein schlechtes Geschäft bedeuten.
Doch Trump musste Tausende Milliarden refinanzieren und mit der Einführung von US-Importzöllen standen die «Investoren» plötzlich Schlage.
Die Investitionen in US-Treasury-Bonds der Ausländer legten markant zu, wie aus den Zahlen des US-Finanzministeriums hervorgeht.
Änderung der Strategie nötig
Auch die Schweiz reihte sich sofort ein und wollte einen «Deal» mit Trump machen.
Hinzu kamen noch Versprechen an Trump, Milliarden in den USA zu investieren. Da kann sich die Schweiz auch wieder höheren Exportüberschüssen aufschwingen, zumal das höchste Gericht von den USA die Strafzölle ohnehin verboten hat.
Nun versucht Trump auf anderen Wegen, die Welt zum Investieren in US-Staatsanleihen zu bewegen.
22.07.2026/kut.



