Tui Suisse will in der Romandie durchstarten

Ein Flugzeug der Tui
Tui ist ein integrierter Reisekonzern mit eigenen Flugzeugen. (Bild: PD)

Der deutsche Reisekonzern Tui sieht Chancen trotz Marktkonsolidierung und KI in der Schweiz. Die neue Landeschefin nimmt zwei Bereiche in Angriff.

Die neue Tui-Suisse-Chefin Nicole Pfammatter ist diese Woche erstmals vor die Presse getreten und hat in ihre Strategie bei der Schweizer Landesgesellschaft des deutschen Reisekonzerns Tui blicken lassen.

Abwarten wegen Iran-Krieges

Der Stellenantritt der Managerin, die unlängst vom Konkurrenten Hotelplan Suisse zu der Schweizer Tochter von Tui gewechselt ist, wurde von glücklichen Umständen begleitet.

Das Buchungsloch, welches sich seit dem US-Israelischen Angriffskrieg auf Iran aufgetan hat, schliesse sich, wie Pfammatter in Zürich vor den Medien freudig erklärte.

Tui Suisse verzeichne derzeit eine spürbare Belegung und erfreuliche Buchungszuwächse für den Sommer, hiess es.

Viele Last-Minute-Buchungen

Die Vorausbuchungsfristen bis zum Reiseantritt seien dabei gerade einmal zwischen 2 und 3 Wochen, so die neue Tui-Suisse-Chefin.

Normalerweise würden sich die Schweizer im Schnitt gut 210 Tage auf ihre Ferien freuen.

Neue Tui-Suisse-Chefin Nicole Pfammatter
Nicole Pfammatter die neue Chefin von Tui Suisse. (Bild: PD)

Doch mit der Situation in Nahost habe das Last-Minute-Buchungsverhalten zugelegt.

Dabei gehe es aber nicht um eine Schnäppchenjagd, sondern jene, die von März bis Mai unschlüssig waren, würden nun doch noch Reisen buchen.

Schweizer wollen Badeferien

Dabei seien Ziele am Mittelmeer und die Pauschalreise als besonders verlässliche Reiseform beliebt.

Nachbelastungen für bereits getätigte Buchungen, etwa wegen gestiegener Kerosinpreise, gebe es bei Tui Suisse keine.

Rund 85 Prozent der Schweizer Kundschaft würden sich für Badeferien entscheiden und da vor allem Griechenland, Spanien, die Türkei, Italien und Zypern.

Vertikal integrierter Konzern

Was Pfammatter denn anders als ihr Vorgänger, Philipp von Czapiewski, machen wolle, fragte muula.ch an der Medienorientierung nach.

Die Tui-Suisse-Landeschefin erklärte, dass sie von diesem breitgefächerten Reisekonzern Tui zunächst selbst überrascht war.

Als sie noch bei Hotelplan Suisse der Migros-Gruppe tätig war, sei ihr diese vertikal integrierte Struktur gar nicht so bewusst gewesen.

«Man weiss in der Schweiz gar nicht so genau, wofür Tui so alles steht», betonte sie.

Doch Pfammatter will diesbezüglich alle Karten ausspielen, um den Schweizerinnen und Schweizern zu noch unvergesslicheren Ferienerlebnissen zu verhelfen.

Imagewandel erzielen

Der zweite Aspekt, den sich die Reisemanagerin bei ihrem neuen Arbeitgeber vorgenommen hat, ist die Expansion in der Romandie.

«Mir als Schweizerin liegt die Romandie am Herzen», betonte sie. Dabei schwebt ihr gar nicht einmal vor, die aktuell 9 Reisebüros in der Westschweiz auszubauen.

Nicole Pfammatter leitet neue die Tui Suisse
Nicole Pfammatter verkauft gerne Reisen. (Bild: muula.ch)

Vielmehr herrsche in der französischsprachigen Schweiz bezüglich Tui noch das Image eines «deutschen Reisekonzerns» vor.

Doch viele Franzosen buchten zufrieden bei Tui France und da läge auch in der francophonen Westschweiz noch Potenzial brach.

Marktkonsolidierung im Gange

Aktuell betrage der Umsatzanteil der Landesgesellschaft in der Romandie zwischen 13 und 14 Prozent.

Am Ausbau dieser Kennzahl wolle sie sich messen lassen, sagte Pfammatter kampfeslustig.

Ohnehin ist der Markt in einer Konsolidierung und braucht neue Ideen, weil mit der Übernahme von Hotelplan durch Dertour Suisse ein Anbieter verschwunden ist.

Fachkundige Beratung beliebt

Hinzu kommen noch die Marktveränderungen durch Künstliche Intelligenz KI, wo sich die Menschen inspirieren liessen, aber oftmals ihre Ferienreisen noch nicht komplett buchen könnten.

Ohnehin wollen viele Schweizer die schönsten Wochen des Jahres noch über fachkundige Beratung mit Menschen buchen.

«Ich verkaufe gerne Reisen und reise selbst gerne», sagte Tui-Suisse-Chefin Pfammatter vor den Medien mit einem Lächeln.

Und diese positive Energie steckt tatsächlich an, die Koffer packen zu wollen.

26.06.2026/kut.

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