
Die Schweiz bekommt ihre IT-Probleme in der Verwaltung nicht in den Griff. Nun geht die Inbetriebnahme eines Gesundheitssystems wieder schief.
Es ist kaum noch zu verstehen, dass in der Schweiz praktisch alle Systemeinführungen beim Bund schiefgehen.
Ob im Verteidigungsdepartement oder bei der Auszahlung von Arbeitslosengeld im Staatssekretariat für Wirtschaft Seco – es funktioniert einfach nichts.
Effiziente Koordination fehlt
Dies hat sogar die Rettung der Opfer bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana stark beeinflusst, weil es nur provisorische Abläufe für solch einen Notfall zwischen den Kantonen und Gesundheitseinrichtungen gab.
Abhilfe sollte das Informations- und Einsatzsystem New Generation (IES NG) für das Gesundheitswesen bringen, um das schon seit Jahren gerungen wird.
Es ermöglicht den Akteuren des Gesundheitswesens die Patientenverfolgung bei Unfällen, sanitätsdienstlichen Grossereignissen und Katastrophen und sorgt dafür, dass die Rettungs-, Sicherheits- und Führungsorganisationen ihre Einsätze vernetzt, effizient und sicher koordinieren können.
Weitere Tests nötig
Dieses System sollte ursprünglich im Oktober 2026 livegehen.
Doch daraus wird nun nichts, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz Babs nun kleinlaut bekanntgab.
Die entstehenden Mehrkosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Franken, die zu den ursprünglich budgetierten Projektkosten von 17,7 Millionen Franken hinzukommen, trage die Behörde, hiess es weiter.
Als Gründe für die Mehrkosten und Verzögerungen nannte das Babs, dass in das Projekt eingebundene Partnerorganisationen beantragt hätten, den Go-Live-Termin des neuen Systems zu verschieben. Sie möchten Tests intensivieren.
Crans-Montana störte
Warum dies nicht von vornherein so geplant war, sagen die Verantwortlichen nicht.
Zusätzlich seien die Projektarbeiten nicht wie geplant vorangekommen, da zahlreiche Mitarbeiter über längere Zeit intensiv mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana beschäftigt gewesen seien, hiess es weiter.
Klar, da hat das alte System ja praktisch auch total versagt, wie muula.ch über Verzögerungen der Rettungsarbeiten berichtete.
Niemand wusste quasi genau, wohin mit den Brandopfern und wo es noch freie Intensivbetten in der Schweiz gab.
Amherd spielte Kritik herunter
Die Verantwortlichen vom Babs entfernten nun sogar alle Webseiten, auf denen ursprüngliche Angaben zum IES-KSD vorkamen.
Kritik an der Behörde, sie könne einen Notfall etwa im Hallenstadion Zürich mit 25 Schwerverletzten nicht handhaben, spielte die einstige Mitte-Bundesrätin Viola Amherd als Panikmacherei herunter.
Der Bund setzt mit diesem neuen Problemfall das x-te IT-Projekt in den Sand.
Besserung ist für die Steuerzahler keine in Sicht – denn aus den Fehlern lernen die Beamten nicht.
29.05.2026/kut.





