Vorsicht bei 1-Sterne-Bewertungen

1-Sterne-Bewertung mit Finger auf einem von fünf Sternen
Die Rezension von Waren und Dienstleistungen soll Orientierung bieten. (Bild: Tumisu / pixabay)

Beurteilungssysteme haben teils absurde Züge von Falschangaben bis zu Rachefeldzügen angenommen. Doch nun macht eine neue Masche die Runde.

Ein ausgeklügeltes Bewertungssystem von Anbietern und Nachfragern soll eigentlich «schwarze Schafe» auf beiden Seiten herausfiltern und Kunden bessere Orientierung bieten.

Hoteliers wollen Kunden beurteilen

Doch wo gehobelt wird, da fallen auch Späne.

Dies zeigt sich insbesondere immer wieder bei Reviews von Hotels, Fluggesellschaften, Fahrdienstleistern, Arbeitgebern & Co. Dabei ist nicht einmal die ungerechtfertigte Beurteilung einer erhaltenen Dienstleistung oder einer Firma gemeint.

Viele Fake-Einstufungen oder sehr subjektive Beurteilungen etwa bei Booking.com, Uber, Tripadviser oder Kununu führen das System ad absurdum, sodass es kaum noch Orientierung bietet.

Manch ein Hotelier wünscht sich sogar, nicht nur von Hotelgästen bewertet zu werden, sondern auch über die Kundschaft zu urteilen, weil sie da oft die unglaublichsten Dinge erleben.

Bewusst schlechte Einstufung

Mittlerweile ist die Sache aber mit einem ganz neuen Problem konfrontiert, wie etwa die Schweizer Immobilienwirtschaft Svit sogar schon ihre Mitglieder warnt.

Dabei würden identische oder sehr ähnliche 1-Stern-Rezensionen ohne sachlichen Bezug zu den Unternehmen veröffentlicht.

Kurz nach negativen Bewertungen darauf eine direkte Kontaktaufnahme durch einen Anbieter, der kostenpflichtige Unterstützung bei der Entfernung solcher Bewertungen angeboten habe.

Vorsicht ist besser als Heilen

Dieses Vorgehen lege den Verdacht nahe, dass Bewertungen gezielt platziert würden, um anschliessend Dienstleistungen zur Löschung anzubieten, hiess es weiter.

Wer also negative Kommentare zu seinen Produkten oder Dienstleistungen beziehungsweise zu seiner Firma erhält, muss mittlerweile sogar in Betracht ziehen, dass diese Reviews gezielt placiert wurden, um Hilfe im Umgang mit diesen sogenannten 1-Sterne-Bewertungen anzubieten.

Digitalen Geschäftsmodellen um Arbeitsnomaden in Dubai, Bangkok, Palma & Co. sei Dank.

Google löscht ohne Fremdhilfe

Der Svit Schweiz empfiehlt, bei verdächtigen Bewertungen besonders aufmerksam zu sein und keine vorschnellen kostenpflichtigen Angebote anzunehmen.

Das gilt natürlich nicht nur für Immobilienmakler, Vermieter und Reinigungsdienste, sondern für alle Branchen.

Plattformen, wie Google, ermöglichen es, offensichtlich unbegründete oder geschäftsfremde Rezensionen selbst zu melden und löschen zu lassen.

Dies gelte insbesondere, wenn gar kein nachweisbarer Kundenkontakt bestanden habe.

Alte Masche in neuem Kleid

Ein Bewertungssystem soll eigentlich «schwarze Schafe» bei Anbietern und Nachfragern herausfiltern.

Nun haben jedoch findige «schwarze Schafe» daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, dem Schweizer Firmen mit Vorsicht begegnen sollten.

Das ist allerdings nicht verwunderlich und erinnert an die Entwicklungen bei Cybersicherheit, die derzeit vielen Unternehmen angeboten wird. Nicht selten greifen die Anbieter von Cyberabwehr ihre potenziellen Kunden vorher auch schon mal an, um das Bedürfnis quasi selbst zu kreieren.

Und es wurden sogar Fälle bekannt, bei denen Mitarbeiter von Glasereien nachts durch Schweizer Innenstädte zogen und Schaufenster einschlugen, nur um der flauen Auftragslage ihrer Firmen auf die Sprünge zu helfen. 

17.04.2026/kut.

Vorsicht bei 1-Sterne-Bewertungen

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