
Firmen verzeichnen derzeit eine höhere Inflation. Die Preissteigerungen betreffen besonders einen Bereich und dürften bald die Verbraucher belasten.
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise erhöhte sich im März 2026 gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent.
Steigende Preise hätten insbesondere Mineralölprodukte sowie Erdöl und Erdgas gezeigt, teilte das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag mit.
Erhöhung um über 30 Prozent
Für den Anstieg des Produzentenpreisindexes, also ein Teil vom Gesamtwert, seien vor allem die höheren Preise für Mineralölprodukte verantwortlich gewesen, die um 30,7 Prozent zulegten.
Teurer wurde auch Energie, deren Tarife um 3,0 Prozent zulegte.
Sinkende Preise hätten gegenüber dem Vormonat Süsswaren sowie Fleisch und Fleischprodukte gezeigt, gaben die Statistiker weiter bekannt.
Mineralölprodukte um 18 Prozent teurer
Höhere Preise gegenüber dem Februar 2026 seien auch im Importpreisindex vornehmlich für Mineralölprodukte registriert worden, hiess es weiter.
Dieser Teilindex legte innerhalb eines Monats um 0,3 Prozent zu, was überraschend ist, weil insbesondere der Schweizerfranken dämpfend wirkt und hierbei in der Vergangenheit stets Preisrückgänge verzeichnet wurden.

Mineralölprodukte legten beim Import aber um 18,1 Prozent zu. Preisanstiege zeigten ausserdem Erdöl und Erdgas sowie Bergbauprodukte. Energieimporte verteuerten sich um 15,7 Prozent für die Firmenkunden.
Billiger wurden dagegen beispielsweise pharmazeutische Spezialitäten, Notebooks, Leder und Schuhe.
Im Vergleich zum März 2025 sank das Preisniveau des Gesamtangebots von Inland- und Importprodukten allerdings um 2,7 Prozent.
Der Produzentenbereich gab innert Jahresfrist um 2,4 Prozent nach und die Importpreise sogar um 3,2 Prozent.
Iran-Strategie funktioniert
In der kurzen Frist schnellt die Teuerung für die Unternehmen deutlich nach oben.
Dies lag am US-israelischen Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran, welche die Strasse von Hormus blockiert, um die Preise auf der Welt in die Höhe zu bringen.
Überall, wo Mineralöl sowie Energie enthalten ist, wird es für Unternehmen deutlich teurer. In der längeren Frist zeigt sich dieser Effekt aber noch nicht.
Deflationsangst verflogen
Leiden die Erzeuger unter Inflation, geben sie dies über kurz oder lang an die Konsumenten weiter.
Dies passiert meist wie eine Rakete, wie die Ökonomen diese Entwicklung bezeichnen. Preisrückgänge geben sie eher zögerlich weiter, die Spezialisten beschreiben diesen Effekt, wie eine Feder, die langsam sinkt.
Die Deflationsangst ist mit dem Iran-Krieg also vollständig in der Schweiz verschwunden.
Statistiker helfen
Die Schweizerische Nationalbank SNB gab in ihrer Zusammenfassung zur Diskussion der geopolitischen Lage im März 2026 am heutigen Donnerstag bekannt, warum sie für die Schweiz noch nicht so besorgt über die Energiepreisanstiege im Vergleich zu anderen Ländern ist.
«Verantwortlich dafür ist die geringere Bedeutung von Energie für den Konsum im Vergleich zu anderen Ländern, was sich auch im geringeren Gewicht von Energiepreisen im Landesindex für Konsumentenpreise (LIK) widerspiegelt».
Zudem sei die produzierende Industrie in der Schweiz weniger von den Energiepreisen abhängig, schrieb die SNB.
Das bedeutet, dass sich die Preisanstiege in der Schweiz nicht so rasch durchschlagen, auch, weil die Statistiker über die LIK-Anteile vorgesorgt haben.
16.04.2026/kut.





