Unwetter fegen über die Schweiz hinweg

Ein umgekippter Baum auf einem Luxusfahrzeug
Gewitter richten verheerende Schäden in der Schweiz an. (Symbolbild: B. Neurath / unsplash)

Heftige Gewitter und Hagel haben in Teilen der Schweiz grosse Schäden angerichtet. Sie wirbelten auch bei der Swiss den Flugplan durcheinander.

Unwetter mit Starkregen, lokalen Überschwemmungen und verheerenden Hagelzügen haben zu Millionenschäden geführt.

Tausende Schadenfälle

Dies ist die vorläufige Einschätzung der Versicherungsgruppe Allianz Suisse.

Vor allem die Regionen Aargau, Solothurn und Zürich seien von den Unwettern stark betroffen, hiess es weiter.

Die Unwetter hinterliessen in der Deutschschweiz ein regelrechtes Bild der Verwüstung, so der Versicherer, der allein mit über 10.000 Schadenfällen rechne.

Überschwemmte Keller

Vor allem Motorfahrzeuge und Gebäude seien durch die zentimetergrossen Hagelkörner in Mitleidenschaft gezogen worden.

Anhand von Bildern und Videos im Internet ist aber auch klar, dass viele Gebäudehüllen beschädigt und Dächer abgedeckt wurden.

Mehrere Gewitterzellen mit zum Teil tennisballgrossen Körnern sorgten vom Genfer- bis zum Bodensee für massive Schäden, erklärte die Berner Versicherungsgruppe Mobiliar.

Der Gesellschaft seien bereits bis Freitagmittag weit über 1000 Fahrzeugschäden und Hunderte überschwemmte Keller gemeldet worden, hiess es weiter.

Profitable Branche

Die Mobiliar fühlte sich durch die aktuellen Unwetter an das Jahr 2021 erinnert, das als hagelreichstes Schadenjahr der Schweiz gilt.

Damals hatte allein der Berner Versicherer rund 20.000 Schäden in der Höhe von 110 Millionen Franken verzeichnet.

Angesichts der stark gestiegenen Profitabilität der Branche, über die muula.ch unlängst berichtete, dürfte die Assekuranz die Millionenschäden aber locker wegstecken.

Kantone oft für Gebäude zuständig

Die Schweizer Assekuranz reagierte aufgrund des Ausmasses der Situation mit mobilen Schadenzentren, in denen Betroffene ihre Zerstörungen an Fahrzeugen analysieren lassen und rasch Abhilfe erhalten können.

Schliesslich sind oftmals Front-, Heck- und sogar Seitenscheiben zerstört, weshalb sicherheitsrelevante Aspekte der Fahrzeuge eine Rolle spielen.

Für Schäden an Gebäuden sei in den meisten der betroffenen Regionen die kantonale Gebäudeversicherung zuständig, erklärte die Axa Schweiz.

Schwierige Betriebssituation

Doch die Unwetter haben nicht nur die Versicherungswirtschaft beeinträchtigt.

Schwimmbäder, wie das Gartenbad Eglisee in Basel, müssen künftig zunächst ohne Liegewiesen auskommen, weil sie das Unwetter verwüstete.

Auch die Fluggesellschaft Swiss meldete bis Freitagnachmittag die Annullierung von 85 Flügen beziehungsweise stundenlange Verspätungen. Es seien rund 11.200 Passagiere allein von den Flugstreichungen betroffen, hiess es.

Swiss sprach von einer ausserordentlich schwierigen Betriebssituation.

Stundenlanges Warten

Die Gewitter schränken die Zahl möglicher Starts und Landungen teilweise stark ein.

Hinzu kommen deutlich längere Rollzeiten am Flughafen sowie wetterbedingte Einschränkungen im Schweizer Luftraum und in angrenzenden Lufträumen, darunter Deutschland und Frankreich.

Am Euroairport in Basel mussten Fluggäste sogar über 5 Stunden auf den Ferienstart mit ihrem SunExpress-Flug in die türkische Metropole Izmir warten.

30.08.2026/kut.

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