UBS sieht China als grösste Herausforderung

Logo der Grossbank UBS am Zürcher Paradeplatz
Die UBS sieht eine Erholung der Schweizer Konjunktur. (Bild: muula.ch)

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich trotz globaler Krisen robust. Doch zum Problem werden nicht die USA mit den Strafzöllen, sondern das Reich der Mitte.

Die Schweizer Volkswirtschaft wird derzeit von allen Seiten herausgefordert.

Doch während sich die Folgen der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump in Grenzen halten, kommt auf die Schweiz ein ganz anderes Problem zu.

Entwicklung der Konkurrenz

Der industrielle Aufstieg Chinas werde die Wettbewerbsbedingungen vieler Schweizer Unternehmen nachhaltig verändern, teile die Grossbank UBS am Donnerstag zu ihrem Wirtschaftsausblick für die Schweiz mit.

Wirkung der US-Strafzölle auf die Schweiz laut UBS
Die US-Strafzölle wirken auf die Schweiz kaum. (Quelle: UBS)

Langfristig dürfte nicht die US-Zollpolitik, sondern Chinas industrieller und technologischer Aufstieg die grössere Herausforderung für die Schweizer Exportwirtschaft darstellen, hiess es weiter.

Meyer Burger als Warnung

Chinesische Firmen konkurrierten zunehmend in technologieintensiven Branchen wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Medizintechnik.

Gleichzeitig verstärkten Überkapazitäten und eine schwache Binnennachfrage in China den Druck auf internationale Märkte, wie die Schweiz etwa bei Solarmodulen um die Insolvenz von Meyer Burger bereits eindrücklich beobachten konnte.

Auch die UBS spürte soeben den rauen Wind in China und stellte ihren eigenen Fondsvertrieb laut Medienberichten im Reich der Mitte ein, weil sie gegen Alibaba & Co. keine Chance hatte.

Überlappung noch gering

Im internationalen Vergleich befindet sich die Schweiz jedoch in einer relativ günstigen Ausgangslage, relativierten die UBS-Ökonomen die Situation.

Die Schweizer Exportstruktur konzentriere sich auf hochwertige Produkte wie Pharmazeutika, Präzisionsinstrumente, Uhren und spezialisierte Maschinen.

Überlappung von Industriezweigen zwischen China und Deutschland, Italien sowie der Schweiz laut UBS mit dem Finger-Kreinin-Index der Exportähnlichkeit zwischen China und ausgewählten Industrieländern ohne Edelmetallen
Die Schweiz profitiert noch von anderen Produktkategorien. (Quelle: UBS)

Dadurch überschnitten sich die Exportstrukturen der Schweiz und Chinas bisher weniger stark als in vielen europäischen Ländern, so die Experten weiter.

Zugang zu Märkten sichern

Für die UBS seien die aktuellen Entwicklungen ein Ausdruck einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft.

Unternehmen dürften künftig vermehrt Produktionskapazitäten näher an ihren Absatzmärkten aufbauen, um Zollrisiken zu reduzieren und Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten, hiess es zum Wirtschaftsausblick.

Gleichzeitig werde der Abschluss neuer Freihandelsabkommen für die Schweiz voraussichtlich an Bedeutung gewinnen, um den Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten zu sichern.

Mit den USA hat die Schweiz aber keins und wird auf absehbare Zeit auch kein Freihandelsabkommen schliessen können.

Pharma als Schlüsselsektor

Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes der Schweiz dürfte sich langfristig wieder dem langfristigen Trend zwischen 1,5 und 1,75 Prozent nähern, gaben sich die UBS-Ökonomen überzeugt.

Die US-Strafzölle hätten kaum negative Wirkung, selbst wenn einzelne Bereiche stark von den Einfuhrzöllen betroffen sind. Für die Schweizer Industrie bleibe der Trump-Effekt jedoch verkraftbar, da der Pharmasektor um Roche, Novartis, Sandoz & Co. einen erheblichen Teil der Exporte ausmache und von Ausnahmen profitiere.

Langfristig muss sich die Schweiz aber mehr Sorgen um das Reich der Mitte machen. Die Chinesen dringen nämlich immer weiter in den Bereich der hochwertigen Produkte vor, wo sich die Schweizer derzeit tummeln.

10.09.2026/kut.

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