
Obwohl die Beziehung der Schweiz zu Saudiarabien alles andere als rosig ist, finden die Länder wieder zueinander. Nun wird sogar die Distanz geringer.
Die Schweiz hat viele engagierte Diplomaten, doch manchmal eben auch nicht.
Ein krasses Negativbeispiel ist die Schweizer Botschafterin im Königreich Saudiarabien, Yasmine Chatila Zwahlen, die der «Blick» unlängst als Diplomaten-Diva betitelte, weil sie trotz Hollywood-Salär quasi die Arbeit verweigere.
Milliarden bei CS verloren
Die Diplomatin war aber schon viel früher in der Pazifik-Region extrem negativ aufgefallen, wie muula.ch berichtete.
Nun gab es in Riad die schwierige Situation, dass die Saudi beim Untergang der Credit Suisse (CS) viele Milliarden verloren und sich aus der Schweiz eigentlich Unterstützung erhofft hatten.
Doch da bissen sie bei Chatila Zwahlen auf Granit, statt auf Entgegenkommen.
EDA schönt die Position
Dabei schmierte das Eidgenössische Aussendepartement EDA die Saudi schon bei der Ernennung zur Botschafterin der Schweiz in Saudiarabien an.
Die 1963 im libanesischen Beirut geborene Frau war gar nicht Schweizer Botschafterin in Australien, wie sie vom EDA immer angepriesen wird.
In Tat und Wahrheit war Chatila Zwahlen für ein paar unbedeutende Pazifikinseln um Kiribati, Nauru, Salomonen & Co. zuständig und ihr Ehemann Pedro Zwahlen war eigentlich Schweizer Botschafter in «Downunder», einem G20-Staat.
Jahrelang Akkreditierung verweigert
Seine Frau hatte aber eben auch ihren Sitz einfach in Canberra, der Hauptstadt Australiens.
Die Zwahlens versuchten sogar beim australischen Protokoll, Chatila Zwahlen offiziell von der Botschaftsliste entfernen zu lassen, weil diese Nennung für Australien immer wieder für Unmut gesorgt hatte.
Während der Pazifikstaat Samoa die als arrogante beschriebene Schweizer Botschafterin gar nicht akkreditierte und dann sogar seine Botschaft in der Schweiz zumachte, brauchten die Saudi weit mehr als ein Jahr, um Chatila Zwahlen ihre Akkreditierung zu erteilen.
Das ist eigentlich schon ein diplomatischer Affront.
Kündigung von Abkommen
Die Beziehungen zwischen dem saudischen Königreich und der Schweiz verschlechterten sich unter ihrer Botschafterzeit dann immer weiter.
Dies schlug sich letztlich in der Kündigung des Investitionsschutzabkommens zwischen beiden Ländern nieder, das nun völlig neu aufgegleist werden muss.
Beim CS-Untergang hatte der Vertrag den Saudi bekanntermassen nichts genützt.
Deutlich mehr Flugverbindungen
Doch die saudische Königsfamilie denkt langfristiger als die Amtszeit einer unsäglichen Schweizer Botschafterin dauert.
Die Nationalfluglinie Saudiarabiens, Saudia, kündigte diese Woche den Ausbau der Flugverbindungen nach Genf und Zürich an, wie Medien freudig berichteten.
So stockt die Fluggesellschaft ab Herbst die Verbindung von Jeddah nach Genf von 4-mal auf täglich auf.

Dabei kommen nagelneue Airbus A321XLR zum Einsatz, dessen Suiten in der Business Class von Vielfliegern als exzellent eingestuft werden.
Die Saudia-Verbindungen von Riad nach Zürich und Genf werden von 3- auf 4-mal pro Woche erhöht.
Und ab Ende Oktober wird Jeddah nach Zürich nicht mehr nur saisonal, sondern ganzjährig 3-mal wöchentlich bedient.
Viel zu erleben und zu bestaunen
Die Saudi haben dabei sich nicht nur Geschäftsreisende, sondern auch Schweizer mit Interesse an Kulturferien im Visier.
Die Hafenstadt Jeddah ist schliesslich Weltkulturerbe und auch sonst gibt es viel Historisches um Hegra, AlUla und Riad zu bestaunen.
Die saudische Gastfreundschaft, also Fremde mit Offenheit, Wärme und Respekt aufzunehmen, ist dabei ein Erlebnis für sich.
In Riad an die Börse gehen
Neben der grössten Buchmesse in Nahost, der Riyadh International Book Fair, stehen aber auch bald Grossereignisse, wie die totale Sonnenfinsternis 2027, die Weltausstellung Expo 2030 in Riad, und die Fussball-Weltmeisterschaft 2034, in dem Königreich auf dem Programm.
Die Schweizer Wirtschaft könnte dabei viel mehr von Saudiarabien und umgekehrt profitieren. Dies verdeutlichte unlängst der erfolgreiche Börsengang eines Ostschweizer KMU an der Börse in Riad, Tadawul.
Und wenn die offizielle Schweiz dabei mit unbeholfener Diplomatie agiert, zeigt das EDA eigentlich nur, dass es ohne Chatila Zwahlens viel besser geht.
16.08.2026/kut.



