Rund 3,5 Millionen Millionäre verschwunden

Millionäre beim Blick auf das Vermögen
Es gibt langfristig immer mehr Reiche auf der Welt. (Symbolbild: A. Distel / unsplash)

Die Nettovermögen sind 2022 geschrumpft und liessen Reiche ärmer aussehen. Langfristig kennt die Zahl der Ultrareichen nur eine Richtung.

Die globalen Vermögen sind per Ende 2022 um 2,4 Prozent beziehungsweise um 11,3 auf 454,4 Billionen Dollar zurückgegangen.

Auch das Vermögen jeder Person, gemessen an nominalen Dollar, sank um 3,6 Prozent beziehungsweise um 3198 auf 84.718 Dollar je Erwachsenen, wie aus dem Global Wealth Report 2023 der Grossbanken UBS und Credit Suisse vom heutigen Dienstag hervorging.

Stabile Immobilien

Ein Grossteil dieses Rückgangs sei auf die Aufwertung des Dollars gegenüber vielen anderen Währungen zurückzuführen, hiess es.

Finanzielle Vermögenswerte trugen 2022 am stärksten zum Vermögensrückgang bei, während das nicht finanzielle Vermögen, also hauptsächlich Immobilien, trotz rasch steigender Zinsen vergleichsweise stabil blieb.

Mit Blick auf die Regionen zeigt der Report, dass der Verlust des globalen Vermögens sich stark auf wohlhabendere Regionen wie Nordamerika und Europa konzentriert, die zusammen 10,9 Billionen Dollar verloren.

Auf Länderebene wurde die Liste der Verluste im Jahr 2022 von den USA angeführt, gefolgt von Japan, China, Kanada und Australien.

Teuerung trügt

Parallel zum Rückgang des Gesamtvermögens sank auch Zahl der Dollar-Millionäre weltweit um 3,5 auf 59,4 Millionen.

Diese Zahl berücksichtigt jedoch nicht die 4,4 Millionen «Inflationsmillionäre», die bei einer Anpassung des entsprechenden Schwellenwerts an die Inflation im Jahr 2022 nicht mehr als Millionäre erfasst würden. Wenn man also die Teuerung berücksichtigt, und auf «reale» Reiche blickt, gibt es ein paar Millionen weniger.

In Bezug auf das Vermögen pro Erwachsenen liegt die Schweiz weiterhin an der Spitze, gefolgt von den USA, der SVZ Hongkong, Australien und Dänemark – trotz erheblicher Rückgänge des Durchschnittsvermögens gegenüber 2021 (vergleiche Grafik).

China im Vormarsch

Das globale mittlere Vermögen – wohl ein aussagekräftigerer Indikator dafür, wie es einem typischen Menschen geht – stieg 2022 um 3 Prozent, während das Vermögen pro Erwachsenen um 3,6 Prozent zurückging.

Für die Welt insgesamt hat sich das mittlere Vermögen in diesem Jahrhundert um das Fünffache erhöht und ist damit etwa doppelt so stark wie das Vermögen pro Erwachsenen gestiegen. Dies sei hauptsächlich auf das rasche Vermögenswachstum in China zurückzuführen, hiess es im Communiqué.

Den Prognosen des Berichts zufolge wird das globale Vermögen in den nächsten fünf Jahren um 38 Prozent steigen und bis 2027 rund 629 Billionen Dollar erreichen. Das Wachstum in Märkten mit mittleren Einkommen wird zum Haupttreiber globaler Trends.

Immer mehr Ultrareiche

Der Bericht geht davon aus, dass das Vermögen pro Erwachsenen 2027 rund 110.270 Dollar und die Zahl der Millionäre 86 Millionen (+45 Prozent) erreichen wird, während die Zahl der äusserst vermögenden Personen, also der Ultra High Net Worth Individuals (UHNWI) mit über 50 Millionen Dollar auf der «hohen Kante», auf 372.000 steigen dürfte.

Das wäre immerhin ein Anstieg von 65 Prozent in nur fünf Jahren, wobei laut dem Bericht rund 68.000 UHNWI in China und 57.000 UHNWI in Europa zu Hause sein dürften. Derzeit wohnen über die Hälfte dieser Ultrareichen in Nordamerika.

Und bei den Millionären soll sich in Festlandchina innerhalb von nur fünf Jahren die Zahl der Millionäre auf über 13.000 mehr als verdoppeln.

15.08.2023/kut.

Rund 3,5 Millionen Millionäre verschwunden

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