Novartis wird um Milliarden leichter

Novartis-Campus in Basel
Bei Novartis floppen gleich zwei Pharmastudien. (Bild: PD)

Der Basler Pharmariese Novartis ist von seiner Erfolgsspur abgekommen. Gleich zwei Rückschläge lassen den Aktienkurs stark einbrechen und erschauern.

In der Pharmawelt liegen Freud und Leid besonders nah beieinander.

Während manche Medikamente bei einigen Menschen gut anschlagen, wirken sie bei anderen kaum. Während manche praktisch alle Nebenwirkungen zu spüren bekommen, spüren andere sie kaum.

Aktienkurse brechen ein

Doch auch bei den Herstellern liegen Freud und Leid gleich nebeneinander.

Entwickelt sich ein Medikament zum Kassenschlager, steigen die Aktienkurse. Floppt eine Arznei oder Therapie, rauschen die Börsenbewertungen in den Keller.

Genauso ist es nun dem Basler Pharmakonzern Novartis ergangen.

Das von Vas Narasimhan als CEO geführte Unternehmen musste am heutigen Dienstag bereits den zweiten Misserfolg bei der Medizinforschung eingestehen.

Umsatzwachstum bestätigt

Die Novartis-Aktien brachen in den vergangenen Tagen um rund 15 Prozent ein.

Zwar hält das Unternehmen an den Wachstumszielen beim Umsatz von 5 bis 6 Prozent pro Jahr im Schnitt fest.

Doch die Investoren glaubten den Beteuerungen nicht und suchten das Weite.

Börsianer wissen auch, dass der Schweizer Konzern in Dollar bilanziert und somit nur schon dadurch ein weiterer Zerfall vorgezeichnet ist, selbst wenn Novartis die Finanzziele erreicht.

Schweiz wird unwichtiger

Medien rechneten nach, dass der Novartis-Konzern an einem Börsentag rund 24 Milliarden Franken leichter geworden sei.

Generell orientiert sich der Basler Pharmariese ohnehin immer mehr in die USA, wo der grösste Arzneimittelmarkt der Welt liegt.

Kommerzchefin zieht in die USA

Von Novartis in Basel hört man, dass praktisch alles in die USA und nach China verlagert werde.

Die einstige Präsidentin von Novartis China, Zhang Ying, die derzeit als Kommerzchefin für das internationale Geschäft in Basel arbeitet und in einer gigantischen Penthouse-Wohnung lebt, zieht dem Vernehmen nach auch bald in die USA.

Narasimhans Ehefrau nahm unlängst bereits einen Job in den USA an. Selbst der Novartis-CEO sitzt seit April 2026 im Aufsichtsrat der US-Firma für Künstliche Intelligenz, Anthropic.

Roche-Titel legen zu

Für die Schweizer Pharmaforschung sieht es damit also nicht so gut aus.

Bleibt zu hoffen, dass Konkurrent Roche grössere Erfolge vorzuweisen hat und Basel die Treue hält.

An der Börse gingen die Roche-Genussscheine jedenfalls in den vergangenen 5 Tagen um 1 Prozent nach oben.

Freud und Leid liegen eben in der Pharmawelt besonders nah beieinander – in Basel sind es sogar nur ein paar Hundert Meter.

08.09.2026/kut.

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