
Die Schweizer Unternehmen kaufen deutlich günstiger ein. Dies ist ein Vorbote auf weitere Rabattschlachten im Detailhandel der Schweiz.
In Schweizer Supermärkten ist derzeit ein Machtkampf ausgebrochen.
Viele Detailhändler um Coop, Migros, Denner & Co. fahren ihre Rabattaktionen von 50 auf 40 oder sogar auf 30 beziehungsweise bloss noch 20 Prozent zurück.
Frühere, aber geringere Rabatte
Damit funktioniert der Ausverkauf aber nur noch schleppend.
muula.ch weiss von Läden, die am Abend fast 1000 Franken an Warenwert in die Tonne treten müssen, weil sich mit den geringeren Rabattaktionen auch weniger Kunden für die Güter entscheiden.
Da nützt es den Detailhändlern meist auch nicht viel, dass sie die Waren mit geringeren Rabatten viel früher als jene mit höheren Preisnachlässen anbieten.
Wer hält länger durch?
Wenn die Kunden aber quasi nun in Kaufstreik treten und die Unternehmen viele Waren wegwerfen müssen, stellt sich die Frage, wie lange dies die Detailhändler durchhalten.
Die Abwägung lautet dabei: Am Abend tausende von Franken abschreiben oder doch noch etwas Geld in der Kasse haben.
Der Machtkampf ist noch nicht entschieden, ob die Detailhändler wieder zu ihrem alten Rabattsystem zurückkehren und damit die Kunden gewinnen, oder, ob die Gewinnmargen der Schweizer Detailhändler dauerhaft steigen.
Sinkende Beschaffungspreise
Nun entstehen aber auch neue Spielräume für die Unternehmen bei Rabatten, wie das Bundesamt für Statistik BFS am heutigen Donnerstag verdeutlicht.
Der Gesamtindex der Produzenten- und Importpreise sank im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahreswert um 2,1 Prozent.
Gegenüber dem Vormonat Juni sei das Preisbarometer für die Firmen um 0,1 Prozent zurückgegangen, hiess es weiter.

Beim vergleichsweise hohen Rückgang zum Vorjahreswert, spielten nicht nur günstiger Importe eine Rolle.
Der entsprechende Wert sank zwar um 1,5 Prozent. Doch im Inland gingen die Produzentenpreise sogar um 2,3 Prozent zurück.
Energiepreise wirken
Auf Jahresfrist wirkten bei Letzterem chemisch-pharmazeutische Produkte mit einem Rückgang von 6,8 Prozent stark auf das Preisniveau.
Nahrungsmittel und Getränke gingen immerhin um 1,6 Prozent zurück. Die Energieversorgung wurde um 6,9 Prozent günstiger.

Beim Import wirkten teils noch grössere Preisrückgänge. Teuer wurden jedoch gegenüber dem Vorjahresjuli die Importenergie und Mineralölprodukte.
Doch die Anteile an den Warenkörben sind mit 3,6 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent relativ klein, wie aus den Zusatzangaben des BFS hervorgeht.
Vorbote weiterer Preissenkungen
Die Erzeugerpreise gingen damit nach dem Schock des US-israelischen Angriffskrieges auf Iran Ende Februar 2026 wieder markant zurück.
Die Firmen können den Detailhändlern damit bei den Einkaufspreisen entgegenkommen – und dann könnten Coop, Migros, Denner & Co. die Kundschaft wieder mit höheren Rabatten locken.
13.08.2026/kut.



