Jugendarbeitslosigkeit wird zum Schweizer Problem

Jugendliche auf einer Strasse
Viele junge Menschen suchen derzeit einen Arbeitsplatz. (Symbolbild: E. Girardet / unsplash)

Die Schweiz verzeichnet mehr Arbeitslose. Zwar köchelt die Lage auf niedrigem Niveau, doch immer mehr junge Menschen stehen auf der Strasse.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Schweiz weiter gestiegen.

Sie erhöhte sich im August gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent auf 141.544 Personen.

Eigentlich Vollbeschäftigung

Dies sei ein Anstieg im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 7,1 Prozent, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am heutigen Montag mit. Die Arbeitslosenquote verharrte im August allerdings bei 3,0 Prozent.

Dies verdeutlicht, dass in der Schweiz eigentlich Vollbeschäftigung herrscht. In einer so grossen Volkswirtschaft, wie hierzulande, sucht ja immer gerade jemand einen Job.

Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im August 2026 gegenüber dem Vormonat auch nur um 49 auf 147.970 Personen. Das sind alles schon vernachlässigbar geringe Zahlen.

Quote zieht markant an

Allerdings fällt in der Statistik eine Personengruppe auf. Von Juli auf August 2026 sei die Zahl der Jugendarbeitslosen, also der 15- bis 24-Jährigen, um 19,4 Prozent auf 14.678 Personen gestiegen, hiess es vom Seco.

Gegenüber dem Vorjahresmonat entspreche dies einer Zunahme um 7,3 Prozent. Die Jugendarbeitslosenquote stieg im August gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent.

Arbeitslosenzahlen laut Seco
In der Schweiz gibt es mehr Langzeitarbeitslose. (Screenshot: muula.ch)

Zwar sehen Fachleute darin keine dramatische Bewegung, weil der Anstieg zum Ende des Sommers häufig mit dem Ende der Lehrzeit zusammenhängt.

Doch wenn in der Schweiz rund 15.000 junge Menschen keine Perspektive finden, werden sie nachweislich ihr ganzes Leben lang dem Staat auf der Tasche liegen, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen.

Die Zahl der Langzeit-Jugendarbeitslosen erhöhte sich binnen Jahresfrist immerhin um 16,4 Prozent, was ein Warnsignal für die Schweiz sein sollte.

Jeder startet bei null

Angesichts der über 600.000 Firmen im Land und eines grossen Staatssektors bedarf es aber wohl nur etwas guten Willen, Jugendlichen auch ohne Berufserfahrungen hierzulande einen Job zu bieten.

Jeder hat im Leben schliesslich mal bei null angefangen.

Viele Jobangebote

Offene Stellen gibt es ohnehin genug.

Im August 2026 waren allein bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAF 43.733 offene Stellen gemeldet.

Im Vergleich zur Vorjahresperiode wurden damit allein 5868 offene Stellen mehr bei den staatlichen Arbeitszentren gezählt, was einem Plus von 15,5 Prozent entsprach.

Doch im ganzen Land gibt es Hundertausende Positionen, die neue Arbeitnehmer suchen. Arbeit gibt es genug.

07.09.2026/kut.

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