Gibt es noch mehr Mogelpackung-Airlines in der Schweiz?

Der Billigflieger Easyjet setzt auch auf andere Airlines. (Bild: Heiner / pixabay)

Die Fluggesellschaften leiden nach der Coronavirus-Pandemie unter Personalmangel. Nicht nur die Swiss setzt dabei auf Einsatzkräfte aus dem günstigen Ausland.

Die Fluggesellschaft Swiss ist derzeit unter Beschuss, weil sie für ihren Flugplan aufgrund von Personalschwierigkeiten auch auf Flugzeuge sowie Crews der Air Baltic mit der Heimatbasis im lettischen Riga einsetzt. Die Vorzeigeairline der Schweiz wurde – etwa beim «Tages-Anzeiger» – als quasi Mogelpackung kritisiert, weil sie als Premium-Airline ihre Swissness eigentlich mittels lettischen Billiglöhnern gestalte.

Wie nun Recherchen von muula.ch ergaben, setzt aber nicht nur die Swiss ausländische Airlines als Ersatz für Flüge von und zur Schweiz ein.

Zürich und Basel im Visier

Auch der Billigflieger Easyjet nutzt bei seinen Flügen von und in die Schweiz eine Fluggesellschaft aus dem Baltikum. Die Rede ist von Smartlynx Latvia, einer lettischen Charterfluggesellschaft.

Sie springt normalerweise ad-hoc oder im Lease-Verfahren für andere Fluggesellschaften ein. Offenbar kommt das derzeit bei Easyjet vermehrt vor, wie etwa Flüge von Portugal nach Zürich und Basel zeigen.

Kleingedrucktes wichtig

Zwar schreibt Easyjet unter Punkt 2 in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass ein unter seiner Marke gebuchtes Ticket eigentlich durch easyjet UK (EZY) vom Londoner Airport Luton, durch easyjet Europe airline (EJU) von Wien oder durch easyjet Switzerland (EZS) von Genf vorgenommen werde. Allerdings behält sich die Firma vor, aus jedweden Gründen legal auch nicht mit einem dieser drei Firmen operieren zu dürfen.

«Wir werden sie dies aber mitteilen, sobald wir können», lautet lediglich die Einschränkung für die Fluggäste.

Skandalträchtiger Partner

Damit gilt also auch für Easyjet, dass nicht immer, wo das Label draufsteht, auch diese Marke drin ist. Smartlynx Latvia ist mit einer kleinen Basis am Euroairport in Basel unlängst vom «Blick» als Pannenairline betitelt worden, weil Passagiere beispielsweise enorme Verspätungen erlitten hatten.

Und in Deutschland sorgte diese baltische Fluggesellschaft im Juni – wieder mal im Ersatzdienst – für Schlagzeilen, als Passagiere am Flughafen in Saarbrücken mit einer Verspätung von über 13 Stunden auf ihren Abflug in die Ferien nach Gran Canaria ausharren mussten.

17 Fluggäste durften letztlich laut der «Saarbrücker Zeitung» gar nicht mitfliegen, weil die Maschine der Balten für den vollbesetzten Flug mit Gepäck und vollgetankt viel zu schwer gewesen war.

02.09.2022/kut.

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