Fast die Hälfte aller Schweizer will Digitalfranken

Zeichnung mit einem digitalisierten Schweizerkreuz und der Aufschrift Franken
Viele Schweizer hoffen auf digitale Franken. (Symbolbild: ai)

Die Welt hat ein ambivalentes Verhältnis zu Kryptowährungen. Doch die Zukunft des Geldes liegt im Digitalen und Schweizer wollen da vorne mitspielen.

Es ist ein weitverbreiteter Mythos, dass Schweizer lange bräuchten, um etwas in ihrem Land oder ihren Leben zu ändern.

Dies zeigt sich beispielsweise bei Kryptowährungen, die in der Schweiz durchaus rasch Anklang fanden.

Schweizer aufgeschlossener

Mittlerweile nutzen bereits 23 Prozent der Schweizer Bevölkerung digitale Devisen, wie eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Beratungsfirma BearingPoint ergab.

In Deutschland lag der Wert lediglich bei 11 Prozent und in Österreich bei 18 Prozent, wie es am heutigen Donnerstag hiess.

Unter der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzten bereits 36 Prozent der Schweizer die Kryptowährungen um Bitcoin, Ethereum & Co.

Da liegen sie mit den Deutschen und Österreichern gleich auf, wie die Umfrage weiter ergab.

In der Schweiz sind also ausserhalb dieser Jugendlichen deutlich mehr Personen kryptoaffin.

Eigene Asset-Klasse

Besonders deutlich zeigt sich die Offenheit bei der Wahrnehmung von Kryptowährungen als Anlageform.

Rund 37 Prozent der Schweizer betrachteten Kryptowährungen sogar als geeignete Investitionen.

In Deutschland waren es nur 23 Prozent gewesen. Österreich kam bei dieser Frage auf 28 Prozent.

Kryptowährungen haben sich also als eigene Asset-Klasse etabliert.

Deutsche als Innovationsmuffel

Doch die Untersuchung brachte noch einen wichtigen Punkt ans Tageslicht, was die traditionelle Finanzindustrie um UBS, Zürcher Kantonalbank ZKB, Raiffeisen, Postfinance & Co. sowie die Schweizerische Nationalbank SNB gerne verschweigen.

Die Bürger sind nämlich stark an digitalem Zentralbankengeld interessiert.

Rund 44 Prozent der befragten Schweizer würden einen digitalen Franken beziehungsweise eine digitale Zentralbankwährung als Zahlungsmittel im Alltag nutzen.

Der Wert lag damit deutlich über Deutschland, das auf 29 Prozent kam.

In Österreich wollen immerhin 38 Prozent offizielles Digitalgeld.

Banken verlieren Existenzgrundlage

Das Problem dabei ist, dass die Finanzelite nichts unternimmt, damit dies bald Realität wird.

Sowohl Zentralbanken als auch die Traditionsbanken machen quasi alles, um die Einführung von digitalen Zentralbankwährungen hinauszuzögern.

Dies hat einerseits damit zu tun, dass in vielen Szenarien der Zukunft gar kein Platz mehr für die privaten Geldhäuser ist.

Blockchain-Geld eliminiert bekanntermassen die Banken-Instanz, der man bei Geldgeschäften heutzutage noch vertrauen muss und die dabei kräftig abkassiert.

Nationalbank ist gefragt

Andererseits will keine Zentralbank der Welt ein Experiment wagen, wie das Finanzsystem der Zukunft mit digitalem Zentralbankgeld funktionieren soll.

Es ist für sie noch besser, alles bleibt, wie es ist.

Doch die Schweizer sind da offensichtlich fortschrittlicher als ihre Finanzinstitutionen, wie die hohen Umfragewerte für den Digitalfranken zeigen.

Nur noch wenige nutzen ohnehin Banknoten und Münzen.

Rund 80 Prozent der Schweizer beurteilten in der BearingPoint-Umfrage staatliche Währungen sogar als gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel.

Dies verdeutlicht, dass die Schweizer Notenbank bei diesem Thema eigentlich gefordert ist.

Volk vorerst hereingelegt

Allerdings hat die Schweizer Finanzelite die Mehrheit der Stimmbevölkerung mit allerlei Schauermärchen über Kryptowährungen unlängst erst einmal hereingelegt.

Über eine Volksabstimmung schrieben die Schweizer das Bargeld in ihre Verfassung.

Damit festigte sich zunächst die Mär von der Traditions-Schweiz.

30.07.2026/kut.

Fast die Hälfte aller Schweizer will Digitalfranken

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