
Der trinationale Euroairport Basel Mulhouse Freiburg steigerte 2025 das Passagieraufkommen stark. Dennoch legte die neue Leitung einen Fehlstart hin.
Der erste Auftritt des neuen Direktors vom Euroairport vor den Medien hat gleich Misstrauen ausgelöst.
Auf die einfache Frage, wie sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die Umsätze und der Gewinn entwickelt hätten, wollte Tobias Markert nicht antworten.
Alarmsignal für Journalisten
Diese würden erst bekanntgegeben, wenn der Aufsichtsrat des französischen Staatsunternehmens die Zahlen gesehen hätte, sagte der Flughafendirektor an der Jahresmedienkonferenz Ende Januar 2026 lediglich auf die entsprechende Frage von muula.ch.
In den Vorjahren hatte es an den Bilanzmedienkonferenzen aber stets Angaben zur Geschäftsentwicklung gegeben und der Sinn solcher Veranstaltungen ist ja gerade, eine «Bilanz» zu ziehen.
Doch bei Journalisten schrillen alle Alarmglocken, wenn Manager solche elementaren Angaben verschweigen wollen. Normalerweise sind die Entwicklungen dann nicht positiv.
Einbruch trotz ESC und Fussball-EM
Der französische Staatsbetrieb hat nun versteckt seine Geschäftszahlen für 2025 bekanntgegeben.
Und siehe da: Der Gewinn ist im vergangenen Jahr tatsächlich um fast 30 Prozent auf nur noch 25,5 Millionen Euro eingebrochen.

An der Aufstellung lassen sich deutlich höhere Betriebskosten erkennen.
Mit dem Anstieg des Passagieraufkommens, mit verbessertem Service und gezielten Aktionen im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest ESC2025 in Basel und der Uefa-Fussball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz seien die Ausgaben für externe Dienstleistungen um 12,9 Prozent gestiegen, hiess es beispielsweise zu den Verschlechterungen.
Belegschaft wächst rasant
Hinzu kam, dass die Personalkosten im vergangenen Jahr um fast 10 Prozent beziehungsweise über 3 Millionen Euro zulegten. Die Belegschaft wuchs um 7 Prozent auf mittlerweile 412 Vollzeitstellen.
Unter dem Strich belastete auch das Finanzergebnis mit fast 10 Millionen Euro und «Ausserordentliches» verschlechterte sich auch um rund 10 Millionen Euro zu.
Die Erklärungen für die deutlich schlechtere Entwicklung sind allerdings teils völlig unverständlich, selbst wenn man den Geschäftsbericht mehrfach liest.
Zahlenakrobatik hilft
Das Passagieraufkommen stieg 2025 um über 8 Prozent auf fast 10 Millionen Personen. Die Umsätze legten 2025 aber nur um 4,2 Prozent auf 185 Millionen Euro zu.
Doch dabei fielen allein für günstigere Wechselkurse rund 2,4 Millionen Euro an.
Neue Rechnungslegungsstandards beflügelten den Umsatz gleich nochmals um 2,6 Millionen Euro, hiess es im Geschäftsbericht. Erlöse, die zuvor als Transfers von Kosten verbucht wurden, würden nun als Umsatz erfasst, so der Euroairport.
Exorbitante Preise für Passagiere
Der Umsatz im Aviatikbereich war 2025 zwar gleichbleibend bei 87 Millionen Euro. Doch ohne günstige Wechselkurse wäre er um 1,6 Prozent zurückgegangen.
Im Fluggeschäft läuft es also nicht so gut. Das ist für einen Flughafen mit deutlich mehr Passagieren und zwei Mega-Events in der Region wohl eher ein Armutszeugnis.
Lediglich Einnahmen aus dem Nicht-Aviatik-Bereich stiegen um 7,8 Prozent auf 98,2 Millionen Euro.
Wer sich mal ein Wasser, einen Kaffee oder ein Sandwich an dem trinationalen Flughafen kauft, weiss wohl, was damit gemeint ist.
Weniger war mehr
Der Flughafen im Dreiländereck steigerte gegenüber dem Geschäftsjahr 2022, als die Menschen nach der Coronavirus-Pandemie wieder wie wild reisen wollten, die Umsätze mittlerweile um rund 25 Prozent.
Doch unter dem Strich schaute 2025 deutlich weniger Gewinn heraus als 2022.
Mit anderen Worten: Weniger Umsatz war mehr Gewinn gewesen.
Fehlstart für neuen Direktor
Wenn sich Manager an einer Jahresmedienkonferenz zieren, Umsätze und Gewinne beim Namen zu nennen, lösen sie Misstrauen bei Medienschaffenden aus.
Falls am trinationalen Flughafen mal eine Katastrophe passiert, glaubt dann aber auch niemand mehr, dass der Flughafen alle Karten korrekt auf den Tisch legt.
Wie muula.ch berichtete, informierte der Airport unlängst schon zum Monopol des Hauptkunden Easyjet während der Pistensanierung komplett falsch.
Der neue Flughafendirektor Markert legte mit dem Verschweigen der schlechten Entwicklungen vor der Öffentlichkeit einen klaren Fehlstart hin.
Bleibt die Hoffnung, dass es nicht bald zur Bruchlandung kommt. Mit der Pistensanierung fehlen im laufenden Geschäftsjahr bereits wochenlang Umsätze.
08.05.2026/kut.





