
Immer mehr Fluggesellschaften streichen Verbindungen in die Schweiz. Doch die Premiumairline Swiss lanciert ein Sparprogramm der besonderen Art.
Die Hiobsbotschaften über Sparprogramme bei Fluggesellschaften prasseln mittlerweile tagtäglich auf die Medien ein.
Istanbul – Genf betroffen
Die niederländische Airline KLM nimmt ab Mai eine Verbindung pro Woche von Amsterdam nach Genf und zurück aus dem Programm, hiess es am heutigen Dienstag beispielsweise aus der Reisebranche.
Auch der türkische Budget-Carrier Ajet, der einst zur türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines gehörte, streicht ab Juni die Verbindungen von Istanbul nach Genf komplett.
Stopover in Dubai
Die Luxusairline Beond, über deren Lancierung muula.ch als erstes Medium berichtete, nimmt Europa vollkommen aus dem Flugprogramm, was auch die Schweizer tangiert.
Früher war die Airline nur mit Business-Class von Zürich, München oder etwa Mailand mit einem Zwischenstopp in Dubai auf die Malediven geflogen.
Doch das ist nun erst einmal vorbei.
Abschied vom zollfreien Einkauf
Vorbei ist noch etwas am Schweizer Flughimmel.
Es ist das Duty-Free-Shopping an Bord der Fluggesellschaft Swiss, die zur deutschen Lufthansa-Gruppe gehört.
Der Premiumcarrier stelle den «Duty Free»-Bordverkauf auf ihren Flügen per Ende September ein, teilte Swiss überraschend am heutigen Mittwoch mit.
Der spontane Griff zum Duty-Free-Wagen an Bord sei die Ausnahme geworden, habe eine sorgfältige Analyse der vergangenen Jahre ergeben.
Premiumanspruch mit Rabatten
Das Angebot von Uhren, Schmuck, Parfüms und Kosmetikprodukten, die zollbefreit sind, würden immer weniger nachgefragt, weil immer mehr Passagiere online Preise vergleichen und dann auch gleich im Internet einkaufen würden.
Swiss verramscht ab Juni noch die Restwaren und bietet künftig einen Online-Shop an, so die grösste Schweizer Fluggesellschaft.
Die Rabatte lägen bei bis zu 25 Prozent, was so gar nicht zu einer Airline mit Premiumanspruch passt.
Lufthansa reduziert Basel
Insofern lichtet sich der Himmel über der Schweiz nicht nur mit Flugzeugen, sondern auch Shopping-Angeboten in der Luft.
Die deutsche Lufthansa strich bereits München nach Basel aus ihrem Flugplan, wie muula.ch über den Wegfall der Lufthansa Cityline unlängst berichtete.
Swiss selbst fliegt schon seit Wochen nicht mehr nach Dubai, Tel Aviv, Beirut & Co. und will es dabei vorerst auch so belassen.
Der Ferienflieger Edelweiss setzte den Rotstift bei Verbindungen von der Schweiz in die USA sowie ins Sultanat Oman an.
Nutzlos Trolleys herumfliegen
Hauptgrund ist der US-israelische Angriffskrieg auf die Islamische Republik Iran, welcher Treibstoff knapp und teuer werden lässt.
Daher sind Fluggesellschaften nicht mehr bereit, weniger gefragte Strecken anzubieten.
Swiss will auch keine Trolleys mit Waren für viel Geld durch die Gegend fliegen, wenn sich kaum noch ein Kunde beim Aufruf «Duty-Free-Shopping» meldet.
Beladen, Warenschwund und Abrechnungsaufwand dürften zur Streichung beigetragen haben.
Hoffnung auf Saudi
Gespannt dürfen Schweizer allerdings auf die Riyadh Air sein, die aus dem erdölreichen Saudiarabien bald auch Zürich, Genf oder Basel anfliegen will.
Vom Konkurrenten Saudia und dessen Service schwärmen bereits viele Schweiz-Reisende.
29.04.2026/kut.





