
Die Lufthansa-Gruppe streicht rund 20.000 Europaverbindungen im aktuellen Flugplan. Nun werden auch die Auswirkungen auf die Schweiz klarer.
Beim Lufthansa-Konzern ist derzeit vieles im Fluss.
Für viele Passagiere ist kaum noch eine Planung ihrer Geschäfts- und Ferienreisen möglich.
Zwei Verbindungen täglich
Die deutsche Fluggesellschaft, zu der auch die Swiss gehört, legt die Kurzstreckenverbindungen der Lufthansa Cityline komplett still, wie das Unternehmen unlängst bekanntgab.
Doch davon ist jetzt auch die Schweiz konkret betroffen, wie muula.ch herausfand.
Die Verbindungen vom Drehkreuz München nach Basel und zurück fallen künftig weg. Dies ergaben Recherchen von Reisebüros in den Buchungssystemen und bestätigten indessen auch mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Damit wird die Stadt am Rheinknie vom Euroairport Basel Mulhouse Freiburg künftig schlechter an die Welt angebunden, wenn die zwei täglichen Flüge zwischen Basel und München wegfallen.
Umsteigeverbindungen nach Danzig in Polen, Bremen in Deutschland oder Trondheim in Norwegen fallen dem Cityline-Rotstift ebenfalls zum Opfer. Es ist eine Spirale nach unten.
Hub-System wird aufgelöst
Die Cityline hatte immerhin zuletzt 27 Kurzstreckenmaschinen im Einsatz, die nun überall fehlen.
Besonders hart treffe es die Zubringerflüge zu den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München, hatte die Fluggesellschaft angekündigt. Dafür sollen von Brüssel, Wien und Zürich aber mehr Langstreckenverbindungen angeboten werden, hiess es.
Damit ist das sogenannte Hub-and-Spoke-System, also Langstrecken an wenigen Punkten anzubieten und Passagiere von kleineren Flughäfen hinzubringen, weitestgehend Geschichte.
Unlängst kehrte auch Swiss der Stadt am Rheinknie den Rücken und verlegte den Firmensitz nach Kloten ZH.
Main-Metropole soll bleiben
Die Verbindungen von Basel nach Frankfurt und zurück sollen nach den Informationen (noch) nicht tangiert sein. Doch bei dem deutschen Luftfahrtkonzern ist derzeit alles in Bewegung, sodass sich niemand auf etwas festlegen will.
Die Auswirkungen der Kerosinpreiserhöhungen durch den Iran-Krieg sowie hausgemachte Gründe mit teurem Personal & Co. belasten stark.
Hinzu kommt, dass die Lufthansa-Gruppe viel zu viele Konzernmarken ohne erkennbare Strategie hat.
Eventuell springen andere ein
Die Lufthansa-Gruppe versucht momentan noch, wegfallende Verbindungen, die aus Konzernsicht mit Cityline zu teuer und damit über Jahre unprofitabel waren, durch günstigere Angebote zu ersetzen.
Dabei kommen Air Dolomiti, Air Baltic oder Helvetic ins Spiel, die mit deutlich günstigeren Kosten operieren.
Das letzte Wort ist auf der München-Basel-Strecke mit anderen Fluggesellschaften eventuell noch nicht gesprochen.
Auch der Platzhirsch am Euroairport, Easyjet, könnte Gefallen in seinem Flugplan an der bayerischen Hauptstadt finden.
Flixbus als Alternative
Für die Basler Pharmaindustrie um Roche, Novartis & Co. dürfte das Streichprogramm der Lufthansa schmerzhaft sein.
Aus der Stadt am Rheinknie fallen mit den München-Verbindungen viele Destinationen künftig weg. Dies gilt nicht nur für Nord- beziehungsweise Osteuropa oder Asien, sondern auch für die arabische Welt beziehungsweise für Nord- und Südamerika.
München selbst ist aus Basel mittlerweile sehr gut mit Flixbussen angeschlossen, sodass der Wegfall der kurzen Direktverbindung nicht so sehr ins Gewicht fällt.
27.04.2026/kut.





