
Das Bundesamt für Statistik hatte nach falschen Wahlresultaten zwar Besserung versprochen. Doch das BFS publiziert weiterhin grobe Falschangaben.
Alle machen Fehler. Das ist ganz normal.
Doch wenn die oberste Statistikbehörde regelmässig Inkorrektes publiziert, hat ein reiches Land, wie die Schweiz, ein grösseres Problem.
Besserung versprochen
Niemand kann nämlich den offiziellen Informationen des Bundesamtes für Statistik BFS mehr trauen.
Dabei hatte die Behörde nach der Bekanntgabe falscher Wahlresultate im Jahr 2023 öffentlich Besserung versprochen.
Nun bestätigte das Statistikamt der Schweiz allerdings weitere Fehler gegenüber muula.ch.
Kleine Schnitzer nicht der Rede wert
Klar, kann es schon mal vorkommen, dass Beamte die Milliarden mit Millionen verwechseln.
Auch Farben waren in Abbildungen bereits so gewählt, dass kein Unterschied in den Linien sichtbar war.

So etwas hatte muula.ch dem BFS einfach diskret mitgeteilt und nicht an die grosse Glocke gehängt, obwohl der Zusatzaufwand für die Medien nicht schön ist.
Anstieg statt Rückgang ausgewiesen
Doch inzwischen häufen sich die Fehler. Vor wenigen Tagen publizierte das BFS die neuesten Inflationszahlen.
Doch statt eines Sinkens auf 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert anzuzeigen, publizierte das BFS eine Grafik mit einem Anstieg auf 0,7 Prozent.

Die Statistikbehörde bedauerte gegenüber muula.ch «die Verwirrung» und korrigierte ihre Angaben.
«Das BFS unterzieht alle publizierten Resultate einem strengen Qualitätssicherungsprozess», beteuerte das Amt auf die Medienanfrage.
Bei der Automatisierung der Grafikupdates bestehe jedoch noch Optimierungspotenzial, hiess es weiter aus Neuchâtel.
Aktuelle Werte einfach weggelassen
Die fehlerhafte Grafik bei der Inflation ist jedoch kein Einzelfall.
Bereits mehrfach hatte unser Wirtschaftsnews-Portal das BFS auf Falschangaben hingewiesen.
Zahlreiche Grafiken wiesen nicht die korrekten Zeitreihen aus.

Beim Export der Grafik sei damals ein Problem in der Software aufgetreten, hatte die Behörde kleinlaut zugegeben.
Manchmal, wie bei der Entwicklung der Nettolöhne, zeigte das Statistikamt sogar völligen Quatsch an, ohne es selbst zu merken.
Behörde lügt dreist
In einem Fall gaben die hochbezahlten Bundesbeamten sogar drei Tage später an, den Fehler behoben zu haben.
Doch die Statistikbehörde korrigierte ihre Falschangaben in Wahrheit erst nach einer weiteren Intervention von muula.ch.
Dies illustriert die gravierenden Missstände in dem von Direktor Georges-Simon Ulrich geführten Bundesamt.
Glaubwürdigkeit des Staates sinkt
In Zeiten, in denen sich Falschinformationen in der Welt rasant verbreiten, müssen der Staat und seine Behörden eigentlich besonders zuverlässig arbeiten.
Wenn sich die Öffentlichkeit nicht auf amtliche Angaben verlassen kann, verliert ein Land die Orientierung.
Hinzu kommt der Verlust der Glaubwürdigkeit des Staates sowie seiner Institutionen.
In der Schweiz dürfte es mittlerweile soweit sein.
28.07.2026/kut.



