
Der Detailhändler Migros will den Landwirten der Schweiz wegen der Hitze helfen. Doch die Millionen fliessen in die falsche (Ein-)Richtung.
Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not, lautet eine alte Bauernregel.
Doch Schweizer Landwirte scheinen diesem Rat vielerorts gar nicht zu folgen.
Fehlende Vorbereitung
Aufgrund der Hitze und Trockenheit in der Schweiz fallen Ernten aus, die Futtererträge werden knapp und vielerorts steigen die Produktionskosten.
Selbst mit Helikoptern wird Wasser auf die Alpen geflogen, was selbst hinter den Nachhaltigkeitsanspruch der Schweizer Bauern ein Fragezeichen macht.
Doch statt in sich zu gehen und aus falscher Vorbereitung auf Dürreperioden zu lernen, halten die Schweizer Landwirte die Hand beim Staat und bei Unternehmen auf.
Die Importbeschränkungen bei Futtermais wurden kurzerhand aufgehoben, obwohl sie ja extra für die Bauern eingeführt worden waren.
Eigene Schuld ist sichtbar
Nun stellt sogar der Detailhändler Migros in Absprache mit dem Schweizer Bauernverband (SBV) der Bucher Gossweiler-Stiftung zwei Millionen Franken zur Verfügung.
Die Organisation steht dem Schweizer Bauernverband nahe und soll Landwirte unterstützen, die unverschuldet in Not geraten sind.
Doch ist die Schweizer Landwirtschaft unverschuldet in Not geraten?
Unvorhersehbar war die Trockenperiode wohl kaum, denn die Bauern haben sich einfach nur nicht darauf vorbereitet, wie das aktuelle Gejammer eindeutig zeigt.
Schweizer Bürgerrecht?
Auch ist die Stiftung, dessen Stiftungsrat die Mittel von Migros sprechen wird, sichtlich ungeeignet, Hilfsmassnahmen zu vergeben.
Die Stiftung leistet Sozial- und Nothilfe zugunsten von Landwirten und ihren Familien sowie landwirtschaftlichen Angestellten, welche durch Alter, Krankheit in ihrer Erwerbstätigkeit eingeschränkt oder durch andere unvorhersehbare Ereignisse in Bedrängnis geraten sind.
Die Organisation hilft nur Personen mit Schweizer Bürgerrecht oder solchen, die schon langfristig in der Schweizer Landwirtschaft tätig sind. Doch die aktuelle Dürre trifft auch andere gleichermassen.
Man stelle sich nur einen Schweizer mit einem Bauernhof in Deutschland oder Frankreich vor, der von Hilfsleistungen ausgeschlossen würde.
Keine Investitionen unterstützt
Hinzu kommt, dass die Stiftung laut den Vergaberichtlinien keine Beiträge für Investitionsvorhaben leistet.
Doch dem einen oder anderen Schweizer Landwirt wird wohl klar werden, dass er genau dort Nachholbedarf hat und Wasserspeicher braucht.
Vergibt die Stiftung abseits ihres Stiftungszwecks die Gelder, ruft dies die Stiftungsaufsicht auf den Plan.
Geschäftsrisiken auf andere abwälzen
Migros hätte die 2 Millionen Franken wohl besser in komfortablere Einkaufsbedingungen für die Landwirtschaftsbetriebe oder die Senkung der Verkaufspreise von Schweizer Landwirtschaftsgütern investiert.
Bei Letzterem wäre die Nachfrage nach Schweizer Eiern, Poulet, Butter, Käse & Co automatisch gestiegen und hätte den Bauern gegen die ausländische Konkurrenz viel mehr geholfen.
Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Nimmt die Schweiz den Bauern alle Geschäftsrisiken ab, sorgen sie für die Not eben nicht mehr korrekt vor.
24.08.2026/kut.



